All In One: Willkommen im Baharat

15. Oktober 2020

 

 

Sich einen neuen Haarschnitt gönnen und hinterher in der Second Hand-Boutique stöbern. Frisch gebackenen Kuchen genießen und dazu eine leckere Melange? Im Lokal Baharat bekommt ihr all in one.

In der Gumpendorfer Straße 65 kommt jeder auf seine Kosten, dort findet ihr Barber, Cafe, Second Hand-Boutique, Upcycling-Werkstatt und eine Änderungsschneiderei unter einem Dach. Das Besondere an der ganzen Sache: geflüchtete Menschen bekommen im Lokal Baharat die Möglichkeit, sich für den späteren Arbeitsalltag vorzubereiten und machen Ausbildungen als Barista, Schneider oder Barber.

Die Teilnehmer:innen arbeiteten in ihren Heimatländern bereits als Friseur:innen, Tischler:innen oder Schneider:innen, können ihre Berufe jedoch aufgrund von fehlenden Sprachkenntnissen und Zeugnissen nicht weiter ausüben. Mit dem Projekt hat sich das Wiener Hilfswerk zur Aufgabe gemacht, die Menschen erneut für den Arbeitsmarkt vorzubereiten, ihnen aber vor allem Mut zu machen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Die Teilnehmer:innen werden in zwölf Wochen von Trainer:innen geschult und können ihre Fähigkeiten in den jeweiligen Bereichen erweitern.

Baharat

Die Teilnehmerin Wafaa war in ihrem Heimatland zuvor Journalistin. Im Lokal macht sie gerade die Barista Ausbildung und erzählt uns: „Ich habe früher über Mode geschrieben und berichtet, jetzt mache ich Kaffee und Kuchen. Es ist schön zu sehen, dass den Leuten meine Kreationen schmecken. Außerdem bin ich froh, dass ich hier meine Hobbys miteinbringen kann und etwas zu tun habe."

Das Lokal ist aber nicht nur eine Ausbildungsstätte, es ist vor allem ein Safe Space für die Absolvent:innen. „Es freut uns jedes Mal, wenn ehemalige Teilnehmer:innen mit ihren Freund:innen vorbei kommen und bei einem Kaffee davon erzählen, dass sie einen Job gefunden haben“ gesteht Barista-Trainer Daniel. Das gemeinnützige Projekt wird vom Sozialen Fonds der Stadt Wien unterstützt.  

Baharat

Im Lokal treffen sich Menschen mit unterschiedlicher Vergangenheit, man lernt sich dabei schnell kennen. Christina Schilling ist Leiterin des Projekts und verrät uns: „Es gibt Absolventen bei denen mir das Abschied nehmen schwerfällt, da muss ich dann auch Mal schlucken. Sie wachsen einem mit der Zeit natürlich ans Herz. Es macht uns aber glücklich zu sehen, wie stolz sie uns später von ihren Jobs erzählen“.

Wer also das nächste Mal einen Bio- und Fairtrade-zertifizierten Kaffee genießen und dabei ein gemeinnütziges Projekt unterstützen möchte: Ab ins Baharat. Der Kaffee ist auf jeden Fall Biber approved!

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