“Alle Städte sind gleich, nur Venedig ist ein bissl anders”

11. Oktober 2016

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venedig italien reise reisen
Foto: Artur Zolkiewicz

 

Kaffee, Kohlenhydrate, fast schon kitschige Romantik und Charme, die man sonst nirgends findet.

Venedig hat’s immer noch. Ich war dort zum ersten Mal als ich 12 war. Damals, ein kleiner Bub, der von den stinkenden Kanälen der Stadt am Wasser nicht wirklich begeistert war. Heute, ein 31-jähriger Mann, der von fast allem in Venedig begeistert ist. Außer von den Preisen vielleicht. 

Meine Freundin ist 30 geworden und ich wollte zu dieser Gelegenheit etwas besonderes machen. Venedig schien eine gute Wahl zu sein. Ich habe sie also überrascht und ihr eine Reise zu dieser italienischen Wunder-Stadt geschenkt. 

 

Die sinkende Stadt

Alleine der Gedanke, wie Venedig gebaut wurde, ist verrückt. Wie konnte man glauben, dass Bauen am Wasser eine gute Idee ist? Man könnte streiten: Es stimmt nur zum Teil, dass die Stadt auf einem Wald von Baustämmen steht. Venedig wurde großteils auf einem sandigen, matschigen Boden von zahlreichen Inseln gebaut. Trotzdem finde ich, dass eine Mischung aus Bauen auf matschigem Boden und zahlreichen Pfählen keine besonders gute Idee ist. 

Egal was man davon hält, muss man aber dem Menschen dankbar sein, der dieses geniale Konzept hatte. Venedig lässt sich nicht nicht lieben. Trotz des Gestanks im Sommer, trotz der hohen Preise und trotz Millionen von Touristen, die diese wunderschöne Stadt nie in Ruhe lassen. 

 

 

Der Charme

Die kleinen Gassen und Gässchen machen es unmöglich, dass man nicht verloren geht. Über 400 Brücken machen es noch ein Stück schwieriger, den richtigen Weg zu finden. Treiben lassen ist wahrscheinlich das Beste, was man in Venedig machen kann. Eins von den tausenden Restaurants besuchen, in kleinen Läden viel zu teure Souvenirs kaufen, das berühmte Murano-Glas bewundern und sich davon befunkeln lassen. Wenn man müde wird, einfach in einem kleinen Café anhalten und mit einem herrlichen Cappuccino oder perfekten Espresso Koffein tanken. 

Ich war nie gerne Tourist, doch in Venedig hat mich das überhaupt nicht gestört. Ich habe besonders gerne Fotos von Gondeln, Domen, Wasserpolizei und allem anderen, was man in Venedig antreffen kann, geschossen. Einfach nur, weil all das so anders und einzigartig ist. 

Unser Apartment war in der Nähe von Piazza San Marco und hatte eine Dachterrasse. Man konnte zwar nichts anderes als die Dächer von anderen Gebäuden sehen, es war aber trotzdem schön in der Früh einen Kaffee zu trinken und einfach nur der Stadt zuzuhören, wie sie zum Leben erwacht. 

 

Die Kohlenhydrate

Italien ist ein Paradies wenn es um Essen geht. Solltest du aber abnehmen wollen, plane deine Diät nach der Italien-Reise. Ein Abendessen besteht aus fünf oder sechs Gängen und sehr viel Wein. Besonders empfehlenswert in Venedig: Pasta mit Meeresfrüchten, kleine Biscotti (Kekse) und, mein persönlicher Favorit, Pistazien-Eis.

In Venedig zahlt man viel für gutes, aber auch für nicht so gutes Essen. In Sachen Restaurants ist es am besten, wenn man sich von einem Venezianer beraten lässt. Sonst kann man einen echt hohen Preis für schreckliches Essen bezahlen. Das kann einem die Laune versauen, vor allem, weil man sich von den italienischen Spezialitäten viel erwartet. Mein Ratschlag: Restaurants meiden, welche das so genannte“Touristen-Menu” anbieten, sich nicht immer danach richten, wie viele Menschen in einem Restaurant sitzen - das muss nicht unbedingt heißen, dass es gut ist. 

Wenn man es billiger machen will, kann man immer noch kleine Sandwiches und Snacks in den zahlreichen kleinen Cafés Venedigs kaufen. Sie schmecken gut und man kann sie stehend verzehren, was einem das Zahlen von Trinkgeldern und so genanntem Coperto (Gedeck) spart.

 

Eine Stadt zum Verlieben 

Venedig ist keine Stadt, in die man jedes Jahr reisen soll. Ich werde aber auf jeden Fall noch irgendwann mal in meinem Leben diesen einzigartigen Ort besuchen. Vielleicht mache ich wieder eine Pause von 19 Jahren, um zu schauen, wie sehr sich meine Perspektive im Laufe der Jahre verändert hat. 

 

 

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