US-Touristen stellen Rumänien an den Pranger und lösen damit einen Shitstorm aus

02. September 2016

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Amerikanische Touristen stellen Rumänien an den Pranger und lösen damit einen Shitstorm aus
Foto: Youtube / Screenshot

Als sie vor zwei Jahren ihre Jobs kündigten, um zusammen um die Welt zu reisen, wollten die Vlogger Audrey und Harry mit ihrem Youtube-Kanal berühmt werden. Die zwei amerikanischen Backpackers dokumentierten ihre Abenteuer in Argentinien, Uruguay, Italien und Kroatien, dennoch konnten sie damit nicht einmal 1000 Abonnenten anlocken. Der lang ersehnte Ruhm kam erst, nachdem sie Rumänien besuchten. Trotzdem nicht in der Form, in der sich das Pärchen ihn gewünscht hätte.


Eine Reise um die Welt

Audrey und Harry gingen sparsam an ihre Reise ran. Sie wollten authentische Erlebnisse sammeln, nicht in Fünfsternchen-Hotels übernachten und in noblen Restaurants speisen. Der Name des Youtube-Channels deutet klar darauf hin: The Budget Savvy Travelers. In den Sommermonaten hielten sich die zwei Amerikaner in verschiedenen osteuropäischen Ländern auf und landeten Ende August zwangsläufig auch in Rumänien.

Social-Media-Desaster und Hasskommentare

Ihre Erfahrungen in Rumänien kann man nicht unbedingt als positiv einstufen. Au contraire: Die Züge waren extrem langsam und teuer, das Essen alles andere als günstig und die Mitreisenden "stanken wie die Pest". Darüber hinaus war die Airbnb-Unterkunft ein Fiasko und die Unsauberkeit ein charakteristisches Merkmal vieler Orte. Ihre Ehrlichkeit ist ihnen teuer zu stehen gekommen:  Hasskommentare von beleidigten Rumänen hagelten auf ihre Vlogs nieder. Hier ein kleiner Auszug:

Mit solchen Meinungen konnte man schon ein Social-Media-Desaster vorhersehen. Hasskommentare von extrem beleidigten Rumänen hagelten auf ihre Vlogs nieder. Hier ein kleiner Auszug:
Youtube / Screenshot

Amerikanische Touristen stellen Rumänien an den Pranger und lösen damit einen Shitstorm aus
Youtube / Screenshot

 

 

„Wir haben das ganze Land angepisst“

Das Pärchen wunderte ihre plötzliche, ungeplante Berühmtheit. Obwohl sie in ihren Vlogs auch die positiven Seiten zeigten, wie etwa die Schönheit einiger Städte oder die günstigen Bustickets, waren die negativen deutlich schwerwiegender und lösten unvermeidlich einen Shitstorm aus. Sie nahmen es dennoch auf die leichte Schulter und drehten sogar ein Video, in dem sie sich entschuldigten und  bei den Rumänen für den unerwarteten Ruhm bedankten.

„Dumme Amerikaner“

Man kann den Tenor der Hasskommentare leicht erkennen: Dumme unwissende Amerikaner, die keine Ahnung vom Leben haben. Die Kommentatoren können nicht akzeptieren, dass der Transport in Rumänien tatsächlich viel zu wünschen übrig lässt und das Land in vielen Sachen nicht auf Touristen vorbereitet ist. Die meisten von ihnen waren wahrscheinlich nie im Ausland und leben in einer Seifenblase, in der Rumänien das perfekte Land schlechthin ist.
 

 

Amerikanische Touristen stellen Rumänien an den Pranger und lösen damit einen Shitstorm aus
Facebook / Screenshot

Spaßige Unterhaltung

Ich als Rumänin finde ihre Vlogs äußerst unterhaltsam. Als ich von dem Shitstorm mitbekommen habe, wollte ich mir natürlich die Videos anschauen, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Ich hatte nicht vor, alle Folgen nacheinander zu verschlingen, trotzdem machte ich es. Ich konnte mich oft nicht enthalten, zu schmunzeln und ich muss gestehen, dass ich ihnen in vielen Aspekten zustimme. Audrey und Harry haben nicht grundlos auf Negatives gedeutet, nur um sich lustig über das Land zu machen oder die Rumänen zu beleidigen. Jeder, der schon mal auf einer low-budget Reise war, weiß, dass nirgendwo auf dieser Welt alles perfekt sein kann. Meckern ist menschlich und Reiseerfahrungen sind immer subjektiv. 

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