„Cats“-Darstellerin Katharina Lochmann im Interview

23. Dezember 2019

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Katharina Lochmann
Katharina Lochmann als "Jenny Fleckenreich" auf der Bühne. (C)Deen van Meer

Auch fast 40 Jahre nach der Uraufführung von Andrew Lloyd Webers Erfolgsmusical „Cats“ begeistert die Show Zuschauer auf der ganzen Welt nach wie vor. Seit September 2019 ist „Cats“ zurück im Wiener Ronacher und gefragt wie eh und je. Darstellerin Katharina Lochmann im Interview.

Von Nada El-Azar

 

Steckbrief:
Name: Katharina Lochmann
Alter: 36 Jahre
Besonderes: Ist in Wien-Ottakring aufgewachsen, arbeitet seit 2006 als professionelle Musicaldarstellerin, unter anderem in Deutschland, Frankreich und der Schweiz.
Fun Fact: Hörte im Bauch ihrer Mutter bereits zum ersten Mal „Cats“, als das Musical in Wien Premiere hatte.

 

BIBER: Welche Herausforderungen stellt dein Beruf an dich?

KATHARINA LOCHMANN: Die Herausforderung ist, jeden Abend die gleiche Qualität zu liefern. Manchmal ist der Körper träge, manchmal ist einem kalt, manchmal hat man Regelschmerzen. Aber der Zuschauer verdient jeden Tag dieselbe Leistung, am Abend wie am Vorabend. So sehr das Spielen auch Spaß macht, gibt es manchmal Tage, an dem einem alles weh tut. Gerade „Cats“ ist sowohl körperlich, als auch stimmlich ziemlich fordernd. Bei Musicals ist es eigentlich selten, dass man bei fast jedem Lied mitsingen muss. Meine Stimmlage ist Sopran I, und „Cats“ ist sehr hoch geschrieben…(lacht) dann kommen noch die ganzen Verrenkungen dazu!

Katharina Lochmann
(C)Sandra Kosel

Wie hältst du dich für diese physisch intensive Rolle fit?

Im Probenprozess haben wir gar nichts anderes gemacht, außer Singen und Tanzen – das ist schon ein gutes Training. Als Ausdauersport gehe ich außerdem gerne Joggen und versuche dabei den Vögeln das hohe C vorzusingen.

Seit der Uraufführung von „Cats“ sind fast 40 Jahre vergangen. Im Ronacher ist die Show fast bis Mai 2020 so gut wie ausverkauft. Warum begeistert das Musical nach wie vor so viele Menschen?

Einerseits liegt es daran, dass „Cats“ in Wien schon sehr lange läuft und es daher so viele Menschen kennen und ihren Kindern oder sogar Enkelkindern zeigen wollen. Andererseits wird man gerade bei „Cats“ in diese neue Welt hineingesaugt. Es ist so konzipiert, dass wir Katzen am Anfang das Publikum ansprechen, mit „Was macht ihr hier?! Das ist unser Platz!“ Wenn man die Darsteller, die Kostüme, die Maske, etc. sieht, denkt man als Zuschauer an nichts anderes. Die Proportionen auf der Bühne sind 3:1, sodass wir Menschen tatsächlich wie kleine Katzen wirken, die sich in einen kaputten Autoreifen verkriechen können. Über all die Jahre wurde die Show immer weiter verbessert, um die Illusion perfekt zu machen. Es sind auch so viele verschiedene Charaktere, jeder Darsteller hat sogar ein anderes Makeup. Keiner – außer die Zwillinge natürlich – sieht gleich aus.

Noch in diesem Jahr kommt ja sogar ein „Cats“-Blockbuster in unsere Kinos, mit Starbesetzung: Taylor Swift, Judi Dench, James Corden, … warum kommt dieser Film jetzt heraus?

Das ist eine gute Frage. „Cats“ hat nie pausiert, sondern wurde immer überall auf der Welt gespielt. Diese ständige Präsenz sorgt sicherlich dafür, dass es irgendwann zu einer großen Verfilmung kommen musste.

Cats
Das "Cats"-Ensemble auf der Bühne. (C)Deen van Meer

Du spielst die Rolle der „Jenny Fleckenreich“ im Musical. Was spricht dich an diesem Charakter am meisten an?

Als ich die Ausschreibung für „Cats“ damals in Frankreich gesehen hatte, las ich mir die Rollenbeschreibung durch: Mütterlich, warm, lustig, kümmert sich gern um andere. Außerdem wurde eine gute Stepperin gesucht. Ich habe schon sehr früh mit Stepptanz angefangen und habe mich sofort darin wiedererkannt.

Wie viele Shows spielst du pro Woche?

Jede Woche führen wir „Cats“ sieben bis acht Mal auf. Also über 70 Vorstellungen bis jetzt! Normalerweise spielt man im Stadttheater etwa 20 Mal pro Saison.

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