Daten ist wie ein offenes Buffet

17. Juni 2018

 

Ich bin der Meinung, beim Kennenlernen, beziehungsweise Daten, sollte man so vorgehen wie bei einem offenen Buffet:

Zuerst einmal nur kleine Häppchen von dem probieren, was einen anspricht – und wenn es nicht schmeckt: es seinlassen, und nachsehen, was sonst noch da ist.

Denn oft macht man sich den Teller mit einer Speise ganz voll, von der man dann aber schnell draufkommt, dass sie nur ‚so-lala‘ schmeckt.

Und was macht man mit einem vollen Teller? Genau, man isst ihn leer. Dann ist einem unter Umständen nicht mehr so wohl, und der Rest des Buffetangebotes bleibt schlichtweg unbeachtet.

Auf das Daten übertragen sieht es dann so aus, dass man nach einem Reinfall nicht schon wieder jemand neuen kennenlernen will, weil man genervt ist, noch an die schlecht gelaufenen Begegnungen denkt, oder vielleicht sogar daran hängt.

Daher meine ich: Kosten wir lieber von allem ein bisschen was, ganz vorsichtig und natürlich ohne Erwartungen – denn: nicht alles was toll aussieht, schmeckt auch so! Unter Umständen umgeht man das Risiko zu viel von etwas zu erwischen, was einem nicht wirklich gut tut. Also: Sobald man merkt - ‚Außen hui, innen pfui‘ – Finger weg! Schleunigst!

Zu schnell aufgeben, nennen das einige? Zu umtriebig? Ich denke, das stimmt nicht unbedingt. Unsere Intuition – eine Mischung aus Erfahrungen und dem inneren Bauchgefühl, sagt uns sowieso schon bereits innerhalb der ersten paar Stunden (wenn nicht sogar Minuten) mit einer neuen Person, ob es passt, oder eben nicht. Nur hören wir nicht auf diese Stimme. Und ich meine ja nicht, dass man es am Büffet gleich übertreiben muss (auch das führt zu Übelkeit!).

Logisch betrachtet: Wenn uns eine reale Speise im echten Leben nicht schmeckt, nehmen wir das persönlich, oder sind wütend deswegen? Warum tun wir es dann, wenn die Art eines Menschen nicht zu uns passt? Würden wir jemals lieber für einige Tage nichts mehr essen wollen, weil das Gericht am Vortag uns nicht vom Hocker gehauen hat?

‚Kurzen Prozess‘ zu führen und schnell offen für Neues zu sein, wenn es eben nicht klappt, kann manches Mal zu positiven Überraschungen führen.

Und wenn man dann etwas gefunden hat, was gut schmeckt, kann man sich ja ruhig einen Nachschlag holen. oder fürs erste dabei bleiben.

Auch ich musste das ein oder andere Mal die Buffethäppchen sein lassen, bevor sie mir Schaden anrichten konnten.

Andere Kultur – andere Liebe?

Zum Beispiel, als ich einen Mann kennenlernte, der aufgrund seiner Kultur sehr – für mich ungewohnte und als störend empfundene – Angewohnheiten hatte. Selbstverständlichkeiten für ihn, waren für mich eher abstoßend und im Endeffekt ein absolutes No-Go.

Ich kann nicht schlafen

Auch von einem Mann, der sich von seinem lauten und hellen Fernseher beim Einschlafen nicht trennen wollte, musste ich mich verabschieden. Ich konnte keinen Schlaf finden, er offensichtlich nicht den Draht zu mir.

Und was macht man, wenn man draufkommt, dass derjenige, mit dem man es in Erwägung zieht zusammen zu sein, immer so dermaßen laut schnarcht, dass er an einem Motorsägen-Wettbewerb teilnehmen könnte? Der Schlafentzug hat entschieden.

Was redest du da?

Aber es gibt auch jene Menschen, mit denen man schlicht und einfach, bereits von Anfang an, größte Kommunikationsschwierigkeiten hat. Personen mit denen man ständig aneinander vorbei redet und sich permanent missversteht. Man spricht zwar Deutsch aber offensichtlich auf zwei unterschiedlichen Sprachen. Jene, denen man immerzu erklären muss, wie man was gemeint hat, und die man fragen muss, wie sie wiederum ihre Aussagen gemeint hätten, damit keine gröberen Konfrontationen entstehen. Irgendwann reißt dann der Geduldsfaden.

Ich bin so arm

Nicht fehlen dürfen natürlich die, die – ach, Gott wie mühsam – bei jeder kleinen Uneinigkeit in ihre Opferrolle verfallen, und dem potenziellen Partner gegenüber dann so richtig verbal verletzend werden. Am nächsten Morgen tun sie dann so, wie als ob nie etwas gesagt worden wäre. Nicht tolerierbar!

Ich bin so ‚klein‘

Last but not least: Finger weg von Personen die sich ganz offensichtlich weniger wert, beziehungsweise ‚kleiner‘ fühlen, und auf Grund dessen degradierende, beleidigende Sachen sagen, oder nicht akzeptable Dinge tun.

Vielfalt

Ein Buffet ist dazu da, um einen die Freiheit zu geben sich eben das zu nehmen, was schmeckt, und alles andere dort zu lassen, wo es ist.

Fokussiert euch nicht auf eine mittelmäßige, oder schlechte Speise, nur weil ihr sie anfänglich gewählt habt. Legt sie beiseite und probiert die nächste!

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