Der „Frank Stronach“ der USA - nur sexistischer

10. August 2015

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Trump
Facebook Screenshot Mediaite

Misogyne Untergriffe ernten Lacher und höchste Einschaltquoten. Der Fernsehsender Fox News berichtet von 24 Millionen ZuseherInnen dank „Trump-Faktor“ bei GOP-Debatte der Republikaner in Cleveland.  

Megyn Kelly, die Journalistin bei Fox News, lässt sich von dem amüsierten, lauten Gelächter aus dem Publikum nicht aus der Fassung bringen. Sie hackt nach und stellt ihre unbequemen Fragen: „Sie bezeichnen Frauen, die sie nicht mögen, (auf Twitter) als fette Schweine, Hunde, Schlampen und widerliche Tiere, Herr Trump.“ Mit einem fast diabolischen Schmunzeln antwortet Donald Trump: „Nur Rosie O’Donnell.“. Die ZuhörerInnen lachen. Die Kabarettistin und Aktivistin, die für die Rechte von Homosexuellen kämpft, Rosie O’Donnell, hatte sich in ihrer Show „The View“ vor einigen Jahren über Trump mokiert und sich somit seine Missgunst und offenbar auch seine Verachtung auf Lebenszeit gesichert.

Noch sei er, Donald Trump, sehr nett zu Megyn Kelly, aber das könnte sich auch schnell ändern, meinte er. Da klingt der Mann mit dem adretten Seitenscheitel dann gleich nicht mehr so charmant.

Trump macht die politische Korrektheit für das ganze Aufsehen verantwortlich. Kelly hat schon „aus den Augen und aus der… sonstwas. (Nase) geblutet“ twitterte der Präsidentschaftskandidat als Replik noch am selben Abend. Eine niveaulose Anspielung auf die monatliche Regelblutung der Journalistin, eines künftigen Präsidenten unwürdig, würde man meinen.

Donald Trump gilt nicht nur als aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei, sondern hierzulande auch als „der Frank Stronach der amerikanischen Politik“. Es war bis jetzt eher der unwahrscheinlichere Fall, dass man zwischen den Politikern und ihren Größen der US-amerikanischen Weltmacht und den österreichischen Politphänomen mit all ihrer Provinzialität auch nur ansatzweise hätte einen Vergleich ziehen können. In puncto „Anti-Politiker“ waren wir den Amerikanern diesmal aber einen Schritt voraus. Sie sind beide egozentrische Unternehmerpersönlichkeiten und lassen mit mehr oder weniger „schlimmen“ sexistischen Kommentaren von sich hören. Sie sind zugegebener Weise charismatisch und sprechen ein bestimmtes Klientel der WählerInnenschaft an. Nämlich die „Politikverdrossenen“ und „political correctness“-Verweigerer. Oder aber die, die sich einfach mal ein bisschen „frischen Wind“ in der Politik wünschen, was ja auch Frank geschafft hat. Viel heiße Luft. Nur weht das gelbe Lüftchen knappe drei Jahre nach Parteigründung nur mehr schwach. Und noch eines haben die „Ausnahme-Politiker“ gemein, sie habn‘s nicht so mit Frauen, zumindest nicht auf intellektueller Ebene. „Frauen sind auch Menschen wie wir“, formuliert das Stronach noch betont höflich. Ganz andere Töne hörte man da in Cleveland.

Mit Trump in den USA bekommt man dann das „Supersize“-Paket an misogynen Kommentaren und sexistischen Äußerungen. Er provoziert, schockiert und polarisiert - aber viele AmerikanerInnen finden das zum Schreien komisch. Mir reicht unser Frank, danke!

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