Ein Bot, der (bald) alles kann?

11. Januar 2023

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Die künstliche Intelligenz ChatGPT macht süchtig. Foto von Tianyi Ma auf Unsplash.
„Kannst du mit mir Spanisch üben?“, „Ich habe folgenden Code geschrieben. Wo ist der Fehler?“, „Kannst du mir einen Essay zum Thema Feminismus schreiben?“ – All das sind Fragen, die das Programm ChatGPT in sekundenschnelle beantworten kann. Werden viele Jobs in Zukunft dadurch überflüssig?
 
Seit einigen Wochen beobachte ich, wie mein Freund voller Elan, Begeisterung und Ehrfurcht mit der künstlichen Intelligenz ChatGPT spielt. Die Anwendung mit dem Chatbot ist simpel. Der User tippt einfach eine Aufgabe oder eine Frage ein und die künstliche Intelligenz löst bzw. beantwortet diese blitzschnell. Dies gelingt, da das Programm Zugriff auf alle öffentlichen Datenbanken hat. Es geht jedoch auch andersherum. In einem Selbstversuch habe ich das ChatGPT gefragt, ob es mit mir Spanisch üben kann, und es lieferte mir prompt einige Fragen zum Üben, die ich auf Spanisch beantworten sollte. Essays für die Uni, komplizierte Rechenaufgaben, Codes zum Programmieren, Recherche und einiges mehr sind dank dieses Programms in Sekunden bis wenigen Minuten erledigt.
 
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Die KI geht auf die persönlichen Wünsche ein. Screenshot: ChatGPT
 
Das US-amerikanische Unternehmen OpenAI, das unter anderem von Tesla-Chef Elon Musk gegründet wurde, hat im November 2022 die künstliche Intelligenz ChatGPT für die private Nutzung auf den Markt gebracht. Zuvor wurde im Januar 2021 das Bildprogramm Dall·E2 gelauncht, das auf Knopfdruck Bilder im Stil von Van Gogh oder Egon Schiele erzeugen kann. Künstler:innen und Graphic Designer:innen auf der ganzen Welt sind, zu recht, alarmiert. Zu finden ist die Chat-KI über die Webseite von OpenAI, wo es jede:r nach Angabe von E-Mail-Adresse und Telefonnummer kostenlos nutzen kann. Ich habe mich gefragt, welche Sprachen ChatGPT beherrscht und habe es daher einfach direkt selbst gefragt:
 
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Screenshot: ChatGPT
 
Werden einige Berufe bald überflüssig sein?
 
Auf TikTok wird versprochen, dass Hausaufgaben ab sofort mit Hilfe von ChatGPT in Sekunden erledigt sind. Das Schockierende: Es stimmt. Nun stellt sich die Frage, ist das cool oder doch einfach nur gruselig? 
 
Momentan neige ich noch eher zu gruselig, da es scheint, als würde ChatGPT in Zukunft einige Jobs ersetzen können, wie beispielsweise den des Datenanalysten. Selbst wenn das aktuell noch nicht der Fall ist, arbeiten die Macher rund um CEO Sam Altman permanent an Verbesserungen und Weiterentwicklungen des Chatbots. Wo wird das noch hinführen? Altman geht laut eigener Aussage sogar davon aus, dass KI beispielsweise auch Ärzte ersetzen oder ihnen beistehen kann, da sie bessere Diagnosen liefern kann als der Mensch. Wenn das nicht beunruhigend ist, weiß ich auch nicht.
 
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Auch auf persönliche Belange reagiert die KI empathisch und gibt gute Tipps. Screenshot: ChatGPT
 
Mein Journalistenherz blutet
 
Jedes Mal, wenn ich ChatGPT nach etwas frage, wie beispielsweise nach einer Analyse eines literarischen Werks, erschaudere ich leicht, wenn es mir die perfekte Antwort liefert. Wer jetzt meint, alle Studierenden oder Schüler:innen würden nun mit Hilfe des Bots immer den gleichen Text abgeben, der liegt falsch. ChatGPT liefert verschiedene Fließtexte auf die gleiche Frage, Plagiate werden so also vermieden bzw. können nicht überprüft werden.
 
Mein Journalistenherz schmerzt jedoch gleich mehrfach im Zusammenhang mit dem Chatbot. Zum einen liefert es keine Quellen mit, was sich jedoch in Zukunft natürlich noch ändern könnte. Die Richtigkeit der Angaben, die ChatGPT liefert, kann momentan folglich nicht überprüft werden. Zum anderen sind die Texte sehr herzlos, eben maschinell und ohne Kreativität oder eigenem Stil geschrieben, was mich hoffen lässt, dass das Texten von Menschen für Menschen nicht gänzlich schwinden wird.
 

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