Fünf arabische Sängerinnen, die auf eurer Playlist fehlen

11. April 2022

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Photo by Ben Blennerhassett

Arabische Musik ist richtig, richtig gut - die verstehe ich aber oft nicht. Deswegen greife ich gerne auf Pop- und Indie-Artists zurück, die amerikanische Musik mit einer arabischen Note kombinieren. Noch besser ist es, wenn tatsächlich auch arabische Texte verwendet werden, die in ihrer Kürze auch für Personen mit unterschiedlich ausgeprägten Arabisch-Kenntnissen verständlich sind!

Yallah, hört rein in meine liebsten Arabic-Pop-Songs:

1. Faouzia

Die kanadisch–marokkanische Sängerin und Songwriterin ist bereits am Anfang ihrer Karriere ein Pop–Phänomen. Mit ihren 21 Jahren kollaborierte sie schon mit Pop-Ikonen wie John Legend und Kelly Clarkson. Ihre Lieder zeichnen sich durch einprägsame, radiotaugliche Melodien und arabischen Musikeinflüssen aus. Unter ihren Fans ist sie auch für ihre „arabic runs“ und „trills“ bekannt, die in der arabischen Musik sehr geläufig sind. Faouzia Ouihya veröffentlicht auch „work in progress“-Videos, wo sie noch unfertige Versionen ihrer neuesten Singles zeigt und vermarktet.

 

  1. Nemahsis

Nemah Hasan a.k.a Nemahsis ist eine kanadisch–palästinensische Künstlerin, die gerade in der Indiepop-Musikszene Wellen schlägt. Und das als Hijabi! Sie thematisiert in ihren Liedern eigene Diskriminierungserfahrungen und ihre Ausbeutung durch eine große Makeup-Firma, welche sie für eine Marketing–Kampagne nicht vergüten wollte. In „Dollar Signs“ spricht sie über ihren Status als Token–Hijabi, POC und das Gefühl des Betrugs gegenüber der muslimischen Community, weil sie durch ihre Musik von dem Tokenismus auch profitiert. Ein elementarer Teil ihres Auftretens ist ihre klassische Netz–Hijab-Ästhetik aus ihrer Jugend und ihr ausgeprägtes Gespür für Mode.

 

  1. Lana Lubany

„I’ve been preparing for this day… I knew it was going to happen because I was going to make it happen”. Newcomerin Lana Lubany’s Song “The Snake” ging im März auf TikTok viral. Es ist ihr erster zweisprachiger Song, den sie auf Anfrage ihrer Mutter auf arabisch–englisch geschrieben hat. „I grew up being ashamed of my language because of where I grew up, and to be honest, to have it be accepted… something I wrote – in ARABIC! – is incredible”.  Jetzt, als sie gesehen hat, dass diese Kombination gut funktioniert, möchte die palästinensisch–amerikanische Sängerin auch in Zukunft westliche und arabische Einflüsse in ihrer Musik verbinden.

 

  1. Lina Makoul

Die amerikanisch–palästinensisch–israelische Sängerin gewann 2013 als erste Araberin bei „The Voice Israel“. Sie singt in ihrem neuen Album #Yom Project ausschließlich in Arabisch – hat aber trotzdem einen Pop–Sound, der von der amerikanischen Musikszene inspiriert ist und gleichzeitig mit arabischen Elementen einen neuen, frischen Flair reinbringt. Die Idee entstand durch ein Projekt, welches sie während der Corona–Pandemie mit ihren Followern gestartet hat: Jeden Tag bittet sie ihre Fans, ihre Gefühle und Gedanken in Lyric–Form auszudrücken. Lina arrangiert dann das Lied, die Lyrics, fotografiert ein Cover und postet das Endresultat – alles in nur einem Tag.

 

  1. Elyanna

Die in LA lebende Sängerin fährt mit ihren Liedern gerne die arabisch emotionale Schiene: Sie schreibt über Beziehungsprobleme, das Gefühl verloren zu sein und sich erst noch finden zu müssen. Obwohl die palästinensich–chilenische Künstlerin in den USA lebt, besteht sie trotzdem darauf, ausschließlich in der arabischen Sprache zu singen. „I sing Arabic in America and not everybody gets the bigger picture yet. It’s hard to accept a new culture and a new language, so it’s definitely a challenge to make it happen, but I’m here for it and I’m going to work as hard as I can to show how beautiful our culture and language is”.

 

 

 

 

 

 

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