Geteilte Winterliebe

10. März 2015

Geteilte Winterliebe

Skispringen
Foto: Dawid Biela

Nicht nur die Nationalfarben der Österreicher und Polen sind sich verdammt ähnlich. Beide Völker begeistern sich enorm für das Skispringen. Bis zum 22. März werden Fans beider Nationen  in Scharen zu den Sprungschanzen pilgern.

Es ist Samstagnachmittag. Sowohl Österreicher, als auch Polen sitzen jetzt gefesselt vor ihren Fernsehapparaten, im schlimmsten Fall. Ansonsten ist man natürlich live vor Ort. Das Fiebern abertausender Rot-Weiß-Roten und Weiß-Roten beginnt Ende November und geht über vier Monate bis Ende März. Das ist also das Zeitfenster, in dem viele Sport-Fanatiker auf den Winterschlaf verzichten und sich als Bundesliga-Ersatz Skispringen reinziehen.

Die Skisprung-Saison ist für die beteiligten Sportler natürlich ein Konkurrenzkampf. Es geht wie in jeder Sportart in erster Linie um Ehre, Prestige und mit dem steigenden Interesse an jener Sportart um schöne Sümmchen Geld. Für die anwesenden Fans hingegen sind die Resultate mehr oder weniger nebensächlich. Eigentlich handelt es sich bei den Events um berauschende „Feste der Nationen“, wenn man so will. Es geht immer munter und ausgelassen zu. Man feuert so gut wie jeden  Skispringer an, egal was für ein Landsmann er ist. Polnische und österreichische Fans umarmen sich und planen schon eine gemeinsame Sauftour für später. Tschechen und Skandinavier mischen auch tatkräftig mit, nicht nur oben auf der Schanze. Sie trinken anschließend in der Innenstadt auch noch den einen oder anderen mit.

Für Stefan Kraft & Co. lief es bis dato sehr erfreulich, zum Vergnügen der österreichischen Fans, zu. Zu Beginn des Jahres gab es einen Doppelsieg durch Stefan Kraft und Michael Haybock bei der so begehrten Vierschanzen-Tournee. Und dass Stefan auch noch den gläsernen Pokal abräumt ist nicht unwahrscheinlich.

Wir sind mitten im hitzigen Endspurt. Die Herzen schlagen besonders hoch. Nur noch wenige Wettkämpfe und dann wissen wir schlussendlich am 22. März wer dieses Jahr auf den ersten Platz der Gesamtwertung springt. Die bescheidenen Erfolge der aktuellen Saison der Polen lassen wir mal bei Seite. Zugegeben, es war nicht unser Jahr. Aus sportlicher Sicht waren wir Polen dafür letztes Jahr mit dem Gesamtsieg von Kamil Stoch ganz happy. Dennoch schwindet die Feierlaune bei den Rot-Weißen-Fans nicht. Warum denn auch, wenn die polnischen Farben doch in der österreichischen Fahne mitenthalten sind. Wir Polen freuen uns mit den Österreichern einfach mit. Voraussetzung: Stefan Kraft holt noch die für den Gesamtsieg nötigen Punkte, um den Führenden Tschechen Peter Prevc zu verdrängen.

 

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