Getötet vom eigenen Vater: Irakische Youtuberin Tiba Ali ist tot

07. Februar 2023

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Screenshot Youtube: Al Jazeera English

Von ihrem eigenen Vater ermordet - Tiba Ali ist eine von vielen Frauen, die zum Opfer eines Ehrenmordes im Irak wurden.

Eine junge irakische Youtuberin wurde von ihrem Vater am 31. Jänner in Diwanija ermordet. Ihr Name war Tiba Ali und auf ihrem Kanal hatte sie über 20.000 Abonnent:innen. Sie lebte in der Türkei und filmte regelmäßig Vlogs über das Leben mit ihrem in Syrien geborenen Mann. Tiba Alis Vater soll schon immer gegen diese Beziehung gewesen sein. Trotz der zahlreichen Drohungen von ihrer Familie reiste die junge Frau auf Bitte ihrer Mutter in ihr Heimatland, um ihre Familie zu besuchen. Vor zwei Tagen ging die traurige Meldung um die Welt: Tiba Ali soll im Irak von ihrem Vater getötet worden sein. Er soll sie erwürgt haben, nachdem eine hitzige Diskussion zwischen ihnen entbrannte.

Ali erzählte in ihrem ersten Youtube-Video, dass es sie in die Türkei zog, um sich fortzubilden, und sie später ihr Leben dort genießen wollte. Die 22-jährige gab den Follower:innen auf ihrem Kanal einen persönlichen Eindruck in ihr Leben. Oftmals sprach sie über ihr Privatleben. Sie berichtete ebenfalls, dass sie von ihrem Bruder sexuell belästigt worden sei. Ihr Youtube-Kanal ist seit ihrer Ermordung nicht mehr zu finden.

Ihr Vater war mit ihrem Lebensstil nicht einverstanden und er konnte diesen auch nicht nachvollziehen. Gerechtfertigt wird der Tod so, dass sie den Werten der Familie widersprach. Als sie ihre Familie im Irak besuchte, soll ihr Vater sie mutmaßlich ermordet haben. Diese Tat gestand er später bei den Behörden auch ein. Er habe sie in der Nacht erwürgt.

Der Mord an der jungen Youtuberin entfachte eine Diskussion über häusliche Gewalt an Frauen im Irak. Tiba Ali war nicht das erste und bestimmt auch nicht letzte Opfer eines sogenannten Ehrenmordes. Ungeachtet, dass die Anzahl an häuslicher Gewalt rasant im Irak gestiegen ist, wird diese gesetzlich nicht geahndet.

Einwohner:innen fordern ein Gesetz zum Schutz der Frauen

Letzten Sonntag versammelten sich unzählige Menschen im Irak, um gegen Gewalt im Namen der Familienehre zu demonstrieren. Vor allem Frauenrechtsgruppen und Einwohner:innen der Stadt fordern jetzt Gesetzesreformen, die den Frauen im Irak einen stärkeren Schutz anbieten und die Straftäter nicht mehr ungestraft davonkommen lassen. Nichts an der Gewalt an Frauen sei ehrenvoll, lauteten die Parolen der Demonstrant:innen. Im Irak sind extreme patriarchale Strukturen und Traditionen immer wieder ein Grund für Gewalt gegen Frauen. Dass sie von ihren eigenen Brüdern, Onkeln und Vätern für ihre moralischen Ansichten hart bestraft werden, ist für viele Mädchen und Frauen leider immer noch traurige Realität.

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