Good News aus dem Iran: Laut werden hilft!

09. Februar 2023

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Armita Abbasi postete dieses Foto nach ihrer Freilassung auf Instagram. Foto: Screenshot: Instagram @amyabasi

Im Iran dauern nach wie vor die Proteste gegen das Regime an. Die Demonstrierenden werden verhaftet, gefoltert und ermordet. Durch Aufschreie in Social Media konnten bereits einige vor der Hinrichtung gerettet werden. Der Fall von Armita Abbasi und der des Grammy-Gewinners Shervin Hajipour geben Hoffnung und zeigen die Macht der sozialen Medien.

Armita Abbasi wurde am 10. Oktober festgenommen, nachdem sie sich in den sozialen Medien regimekritisch geäußert hatte. Eine Woche später wurde sie mit zahlreichen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert, die auf mehrfache Vergewaltigung schließen lassen. Im Anschluss wurde die 20-jährige von Regimekräften aus dem Krankenhaus entführt und wieder in Haft gebracht.

Ihr Fall ging durch die Medien, weltweit verlangten viele die Freilassung der jungen Frau und verwendeten ihren Namen als Hashtag. Auf Instagram, TikTok und Twitter war das Bild von Armita Abbasi überall gemeinsam mit den Hashtags #freeiran, #iranrevolution, #sayhername, #stopexecutionsininran und weiteren zu finden, was großen Druck auf das iranische Regime ausübte.

Am Dienstag, den 07. Februar, twitterte der Vater der Demonstrantin, dass sie gegen Kaution freigelassen wurde. Dieser Fall zeigt erneut, dass sich laut werden auf Social Media lohnt und tatsächlich etwas bewirken kann. In diesem Fall haben all jene, die kommentiert, geliked und gepostet haben, das Leben von Armita Abbasi gerettet.

Iranischer Sänger wird Grammy-Preisträger

Der iranische Sänger Shervin Hajipour wurde Ende September festgenommen, nachdem er das Lied „Baraye“ veröffentlicht hatte, welches Unterstützung für die Proteste ausdrückte und für die Freiheit der iranischen Bevölkerung steht. Das Lied ging auf Instagram viral und hatte nach zwei Tagen bereits über 40 Millionen Klicks. Viele verlangten die Freilassung es Sängers, eine Woche später er wurde wieder aus der Haft entlassen.

Sein Song wurde mehr als 130.000-mal für die Grammys vorgeschlagen, sodass er schließlich in der Kategorie „Bester Song für den sozialen Wandel“, welche neu ergänzt wurde, ausgezeichnet wurde. Dies wäre nie ohne die Unterstützung in den sozialen Medien möglich gewesen, was erneut zeigt, wie die Macht von Social Media für gutes genutzt werden kann. Dieses Lied steht für alles, wofür ein ganzes Land seit Monaten kämpft.

Die First Lady der USA, Jill Biden, verlieh die Auszeichnung sichtlich gerührt mit den Worten: „Dieses Lied wurde zur Hymne der Mahsa-Amini-Proteste, ein kraftvolles und poetisches Gedicht für Freiheit und Frauenrechte.“

Aufhören ist keine Option

Einn junges Pärchen, Astiaj Haghighi und Amir-Mohammad Ahmadi, ging in den sozialen Medien viral, weil die beiden ein Video von ihrem Tanz auf dem Azadi-Platz in Teheran veröffentlichten. Auf dem Platz steht der Azadi-Tower, übersetzt der „Freiheitsturm“, der im Hintergrund des Videos deutlich zu erkennen war. Nun wurden Astiaj Haghighi und Amir-Mohammad Ahmadi für je 10,5 Jahre Gefängnis verurteilt – weil sie getanzt haben.

Es gilt weiter laut zu bleiben, ihre Namen und die, vieler anderer die eingesperrt und gefoltert werden, zu verbreiten und so der Ungerechtigkeit ein Ende zu bereiten.

 

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