Heiraten wie in 1001 Nacht? - Doch eher nicht!

02. Mai 2016

Vergessen wir mal die Tatsache, dass die Braut eine Ägypterin und der Bräutigam Syrer ist, sich der Mann WÄHREND seiner Hochzeit umziehen muss, die Hochzeit schon in sechs Tagen stattfindet und sich das Paar immer noch nonstop streitet.  

Eine ägyptisch-syrische Hochzeit ist schon ein Hingucker! Richtig interessant wurde es aber erst ab dem Zeitpunkt, an dem ich den Verlobten meiner Freundin nach den syrischen Hochzeitstraditionen gefragt hatte. Da sagte er nur: „Welche ? Die von den Männern oder die der Frauen?“ 
Mit anderen Worten, in Syrien wird getrennt gefeiert! Schon seit einigen Wochen streiten sich Miriam und Mohamed über den Ablauf ihrer Hochzeit, diverse Traditionen, die nicht ganz okay für beide sind, machen die Planung nur umso schwerer.

Überraschend war aber vor allem die Tatsache, dass die Hochzeit getrennt stattfindet. Das heißt, Braut in einem Saal und Bräutigam im anderen - männliche Gäste in einem Saal und weibliche im anderen. Dies soll den Effekt haben, dass Frauen sich freizüger kleiden und somit auch beim Tanzen richtig abgehen können. Denn, wenn syrische und ägyptische Hochzeiten etwas gemeinsam haben, dann ist es das Tanzen! Im Mittelpunkt der kompletten Hochzeit steht einzig und allein das Tanzen. Nicht die Torte, nicht das Essen, nicht die Braut! Deswegen auch die Trennung, so braucht sich keiner zu schämen, vor dem anderen Geschlecht zu tanzen. Auch sollen die Mütter einen besseren Überblick über alle noch unverheirateten Mädls haben, denn wo findet sich eine Ehefrau für den Sohn besser, als auf einer arabischen Hochzeit?

Syrische Tradition ist auch, dass sich der Bräutigam während der Hochzeit seinen Anzug ausziehen und einen neuen tragen muss, was das für einen Effekt hat, bleibt mir immer noch ein Rätsel. Es dürfen nur Männer beim Umziehen helfen und somit wären wir wieder bei der Trennung von Mann und Frau! In Syrien ein Muss, in Ägypten eher gewöhnungsbedürftig. Und für die Braut eine reine Katastrophe! Denn für Miriam bedeutet das nicht nur, dass sie alleine in der „Kosha“  (eine geschmückte Bank, auf der das Paar während der Hochzeit Platz nehmen darf) sitzen wird, sondern auch, dass ihre Brüder samt Cousins nur „kurz“ dabei sein dürfen. Denn nur in der letzen Stunde der Hochzeit ist es dem Bräutigam gestattet, den Saal der Frauen zu betreten.

Nach einer langen Diskussion entschied sich das Paar zwar für einen einzigen Hochzeitssaal, jedoch mit zwei verschiedenen Räumen für Mann und Frau. Im Endeffekt bleibt die Hochzeit getrennt und verläuft somit nicht ganz nach ägyptischer Tradition, dennoch wird getanzt und gefeiert und am Ende der Nacht kann die beiden dann ja eh niemand mehr voneinander trennen;)

 

 

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