Interview mit Austria-Trainer Thorsten Fink

09. September 2015

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Austria Wien
Thorsten Fink trainiert diese Saison die Austria. Foto: FK Austria Wien.

Das Tempo im deutschen Fußball sei höher als hier. Dennoch sieht Thorsten Fink enormes Potenzial in der österreichischen Bundesliga. biber sprach mit dem Austria-Trainer. 

biber:  Thorsten Fink, Österreich ist nächstes Jahr bei der Fußball-Europameisterschaft dabei. Glaubst du, dass der österreichische Fußball nun international mehr Aufmerksamkeit bekommt?

Thorsten Fink: Auf jeden Fall. Es geht darum, dass sie nicht nur in die EM gekommen sind, sondern wie sie dahin gekommen sind. In Ihrer Qualifikationsgruppe befinden Sie sich auf dem ersten Platz und das Spiel gegen Schweden war sensationell. Ich denke, dass man bei der EM von der österreichischen Nationalmannschaft viel erwarten kann.

Du hast standst jahrelang für den FC Bayern München auf dem Spielfeld. Du warst auch Trainer des Hamburger SV. Wo siehst du die grundlegenden Unterschiede zwischen der deutschen und österreichischen Bundesliga?

Das Tempo in der deutschen Bundesliga ist sehr hoch. Auch das Drumherum ist sehr viel aufwendiger als in Österreich. Wenn ich an meine Zeit als Trainer beim Hamburger SV denke, da saßen 60.000 Zuschauer im Stadion. In Deutschland ist alles ein bisschen größer. Trotzdem müssen sich die Österreicher nicht verstecken. Sie haben tolle Fußballer und Nachwuchs mit potenzial. Es macht Spaß hier zu arbeiten.

Die Flüchtlingsthematik dominiert die Berichterstattung. Warum zieht es sie deiner Meinung nach Deutschland?

Viele zieht es nach Deutschland, weil wir uns dort besonders für die geflüchteten engagieren. Das wird international anerkannt und honoriert. So was spricht natürlich herum, sodass Flüchtlinge ihr Glück in Deutschland suchen.

Welchen Beitrag kann der Fußball für die Integration der geflüchteten leisten?

Austria Wien hat neulich ein Freundschaftsspiel gegen den Floridsdorfer AC veranstaltet, dessen Erlös wir für die Flüchtlinge gespendet haben. Das waren etwa 700.000 Euro. So etwas zu leisten ist unsere Aufgabe, weil wir in der Öffentlichkeit stehen und Vorbilder sein wollen.

Wer würde nach heutigem Stand Europameister werden, wenn Deutschland und Österreich im Finale stehen würden?

Deutschland.

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