Social Media Does Not Harm Your Mental Health

02. April 2021

Leider ist es so, dass das Einzige, das im Stande ist, unserer mentalen Gesundheit zu schaden, wir selber sind. Das ist bedauernswert in Anbetracht der Tatsache, dass wir gerne äußere Einflüsse für unser eigenes Leiden verantwortlich machen. Solange mich aber niemand wortwörtlich zwingt etwas zu tun, oder ich keiner akuten oder chronischen Gefahrensituation ausgesetzt bin, gebe ich externen Variablen ungern die Macht zu beeinflussen, wie ich zum Leben stehe. Und ihr solltet es auch nicht. 

Es ist ziemlich offensichtlich, wie sich die Zeiten permanent verändern. Bevor wir nicht-schädliche und schädliche Trends oder Muster erkennen, finden wir uns bereits irgendwo in deren Mitte. Die Zeit um Konsequenzen zu kalkulieren scheint im Druck der Allgegenwertigkeit nicht vorhanden zu sein, noch ist die Industrie interessiert daran, wie sich ihre Produkte auf unsere mentale Gesundheit auswirken. Wie jedes andere Business sind deren Leader auf Erfolg aus und es steht fest, dass sie dafür über Leichen gehen. Und das wird sich auch nicht ändern, im Gegenteil, unsere social media- Sucht und deren Auswirkungen sind der Beweis für die Effizienz des Produktes. Es hat so gut funktioniert, dass wir nicht mitbekommen haben, dass wir es sind, die ab einem bestimmten Zeitpunkt zum Produkt wurden (Referenz zum Film ‚The Social Dilemma‘). Und es steht auch fest, inwiefern das Verwenden von social media unsere Psyche abfucken kann. Suizidraten unter Jugendlichen, vor allem der Gen Z, sind seit 2009, als social media Mainstream wurde, massiv in die Höhe geschossen.¹ 

Wir sind bereits im rollenden Schneeball auf dem Weg ins Neuere und brauchen daher Lösungen, die das Problem an den Wurzeln packen. Denn obwohl sich die Zeiten, im Vergleich zur Generation unserer Eltern oder Großeltern, dramatisch geändert haben, sind wir immer noch im Limbo zwischen traditionellem Denken versus Weiterentwicklung, gefangen.

Was macht Social Media so kontrovers?

Social Media ist nichts als eine virtuelle Droge, die salonfähig ist. Aus industrieller Perspektive ist es wohl eines der lukrativsten Drogengeschäfte seiner Zeit. Neben den vielen anderen lukrativen Drogengeschäften, wie zum Beispiel der Pharmaindustrie und der Alkoholindustrie. Es ermöglicht uns, genau wie andere Suchtmittel, einen temporären Fix für unsere Langeweile, Einsamkeit, Depression, Unsicherheiten und andere negative Erfahrungen. Was unter den Begriff „Droge“ fällt, reicht von Zucker, Koffein, Alkohol und Nikotin bis zu Medikation, Halluzinogene, Stimulanten, Beruhigungsmittel und vielem anderen. Der Unterschied liegt darin, dass der einfache Zugang zu Social Media es so unverzichtbar macht, vor allem für Jugendliche. Man kann es wie einen Snack im Supermarkt kaufen, nur dass der Markt bereits auf dem Handy jedes Dreizehnjährigens ist.

Das Konzept von Plattformen wie Instagram ist generell inkompatibel mit der Art, wie unser Gehirn funktioniert. Von Natur aus sind wir nicht dazu veranlagt, unendliche Information von mehreren Quellen und mehreren Personen zur selben Zeit, und die ganze Zeit über, zu bekommen.² (Zumindest noch nicht). Und so führt ein erhöhter social media-Konsum oft zur emotionalen Auslastung und erhöht unser Bedürfnis, uns regelmäßig zu isolieren und zu regenerieren.

Bis zu einem gewissen Alter ist unser Gehirn noch in der Entwicklungsphase und somit viel sensibler gegenüber Erfahrungen wie zum Beispiel Ausgrenzung und dem Bedürfnis, Teil einer Gruppe zu sein, Trends oder emotional geladene Interaktionen in der Medienlandschaft.³ Es steht auch nicht fest, wie und ob sich ausgiebiges Verwenden von social media biologisch auf die Entwicklung der strukturellen und funktionellen Anatomie des Zentralnervensystems auswirkt und somit auf unser Verhalten.

Instagram & Co. und Altersbegrenzungen

Aber es ist nicht wirklich die Vorstellung, dass Kinder beginnen, Technologie zu adaptieren und Handys zu verwenden, die unheimlich ist - das wird evolutionär unvermeidbar sein. Was eher alarmierend ist, ist die Anzahl an Kindern, die social media companies an der Angel hat und die süchtig nach einer App ist, welche auf Erwachsene ausgerichtet ist. Und so sind die meisten Eltern mit der Herausforderung konfrontiert, zwar ein cooler Elternteil zu sein, aber gleichzeitig ihre Kinder nicht dem Anblick arschwackelnder girls und brennender Afghanen auszusetzen. 

Ist es in Anbetracht dieser Perspektive also nicht die Verantwortung der Plattformgründer wie Instagram, strikte Altersbegrenzungen einzuführen, oder zumindest eine kinderfreundliche Alternative zu konzipieren? Wie es auch mit Alkohol mit 16+ oder 18+ (in lockereren Städten der Welt) geschieht? Sie würden somit ein Drittel ihrer Kundschaft verlieren, doch die verlieren sie schon durch Selbstmord, also whatever. 

Das Evolutionsdilemma

Dennoch gilt: ein erwachsener Raucher hält nicht die Tabakindustrie für seine Sucht verantwortlich. Noch beschuldigt ein Alkoholiker die Alkoholindustrie. Das Awareness rund um das Thema endete letztendlich also im Handyhüllen slogan und Selbstmitleidskampagne als in Erleuchtung. Anstatt dass wir uns als Spezies fortentwickeln und verbessern, tüfteln wir eifrig an immer mehr Technologien mit denen wir im Endeffekt nicht wirklich mithalten können werden. Teilweise haben wir Roboterkrankenschwestern, fliegende Drohnen und space shuttles aber haben immer noch keinen Weg gefunden, Dinge wie Rassismus, Sexismus und Armut zu beseitigen und mitteralterliche Schemen in der Exekutive sowie im Bildungs- und Gesundheitssystem zu reformieren. 

Dazu kommt, dass die Generation ersichtlich depressiver geworden ist. Wir verwechseln Präsentation mit Selbstverwirklichung und investieren zuviel Gedankengut beim Versuch, dass eine dem anderen auf Trab zu halten und irgendwann haut es uns vielleicht auf die ... . 

Worum geht es wirklich? 

Die Konsequenzen des ganzen sind eine valide Sorge. Und die stellen wiederum eine valide Ablenkung dar. Eine Ablenkung von der Tatsache, dass wir uns sozusagen versklavt haben lassen. Wir selbst sind das Atomkraftwerk, dass das System versorgt, mit Influencern an der Spitze. Für Geld sind wir bereit ins Hamsterrad zu springen und Moralen über Board zu werfen und mit dem eigenen Verhalten dabei ein Millionenpublikum zu beeinflussen. Nice. 

Verdient Social Media überhaupt eine solch große Aufmerksamkeit? Oder ist es, zeitgleich historischer und politischer Ereignisse eine Ablenkung von dem, was wirklich passiert. Nämlich dem Leben auf dem Planet Erde, der zur Zeit an unserem Egozentrismus verkümmert. 

Was sollen wir tun? 

Die Ressourcen des Internets, welches sich weit über Instagram, Twitter & co. erstreckt, effizient zu nützen. Es bietet einen phänomalenen Pool an Wissen und kann uns in vielen Hinsichten fördern. Wir müssen uns nicht zwischen On oder Off entscheiden, sondern können die Technologie als Mittel zum Zweck nützen. Und nicht als Zweck des Lebens.

 

 

 

 

¹https://www.businessinsider.de/international/cdc-teenage-gen-z-american-...

² https://www.nytimes.com/2019/12/05/opinion/digital-technology-brain.html

³https://www.nature.com/articles/s41467-018-03126-x

https://www.nature.com/articles/s41467-018-03126-x

 

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