Šta ima? Doppelte Krise in Kroatien

03. April 2020

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Zagreb nach Erdbeben
Twitteraccount: anitpod

Covid-19 hat uns alle immer noch Griff. Die Zeiten der Selbstisolation und das Meer an Gesichtsschutzmasken im Supermarkt werden langsam aber sehr sicher zu unserem Alltag. In Kroatien bieten sich ähnliche Bilder. Nur, dass sie dort zwei Krisen stemmen müssen: Corona und die Folgen eines heftigen Erdbebens. 

Um 6 Uhr am 22. März kam es nördlich von Zagreb nach 140 Jahren wieder zu einem Erdbeben. Nicht, dass es dafür jemals ein gutes Timing gäbe, aber während einer Pandemie? Bitte lass es ein schlechter Scherz sein. Leider nein. Es gab zum Glück nicht viele Tote, aber einige Verletzte und große Schäden vor allem in der Altstadt Zagrebs. 

Zagreb muss sich jetzt zwei Krisen gleichzeitig stellen: Corona und den Folgen eines schweren Erdbebens. Social distancing scheint nur schwer umsetzbar. Viele Bewohner und Bewohnerinnen Zagrebs müssen sich nach neuen Unterkünften umschauen, weil ihre Wohnung wegen starker Schäden nicht mehr bewohnbar sind. Teilweise kommen sie bei Freunden unter - nach dem Motto „Es wird schon passen, wenn wir alle keine Symptome haben“.  Zagreb ist der Hotspot der Corona Krise. Aus Angst einer Ansteckung wollten viele noch in andere Regionen des Landes flüchten. Um das Ansteckungsrisiko zu vermindern, hat die Regierung am 24. März erlassen, dass Kroaten und Kroatinnen ihre Heimatgemeinden nicht mehr verlassen dürfen. 

Österreich und Kroatien haben die Maßnahmen gegen Kroatien zeitgleich begonnen. Am Freitag wurden in Kroatien 1079 COVID-19-Infektionen bestätigt. Bislang sind acht Patienten gestorben. Im Vergleich dazu, sind in bereits Österreich 11.383 Fälle (Stand 3.April, 17:45) bestätigt. 

Solidarität ist das was bleibt

In den besonders schweren Stunden konnte Kroatien bzw. Zagreb auch auf die Solidarität seiner Nachbarländer zählen. Das Rathaus in Sarajevo ist blau beleuchtet und darauf zu lesen ist  SA <3 ZA. (Sarajevo liebt Zagreb). In Belgrad wird täglich für das Gesundsheitspersonal geklatscht.  Ein Tag nach dem Erdbeben, kam es Belgrad zu einer Solidaritätsaktion und es wurde aufgefordert speziell für die Bewohner Zagrebs zu klatschen. Für einige sind solche Gesten der Solidarität nach dem Balkankrieg nicht vorstellbar, deswegen ist umso schöner das sie passiert sind. 

Sarajevo, Solidarität

Foto: Screenshot Facebook 

Aufruf zum Klatschen in Belgrad

Foto: Screenshot Facebook 

Auch in Zagreb selbst kam es zu einer rührenden Aktion. HTV, das kroatische Fernsehen, hat ein Video veröffentlicht. In der gemeinsamen Aktionen singen bekannte Sänger, Musiker und Schauspieler das Lied „Zagrebačkim ulicama“ (die Straßen von Zagreb) von Jadranko Črnko.  

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