Viennas Kids are Alright!

12. Oktober 2020

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Viennas Kids Wien Wahl Jugend
Screenshot: Thug Life Austria/Facebook

Wien hat gewählt und einmal mehr wurde deutlich: Auf die Jugend ist Verlass. Während in ganz Österreich seit Jahren ein Aufstieg der „Rechten“ zu bemerken ist, hat vor allem die Wiener Jugend keinen Bock mehr auf Hetze und Ausländerfeindlichkeit.

Eindeutiges Ergebnis: Laut einer Studie des Statistikinstituts SORA liegen bei Wählern unter 30 die SPÖ mit 34% und die Grünen mit 27% klar an der Spitze. ÖVP, FPÖ und Team HC Strache können bei den jungen Wählern nicht punkten und schneiden mit insgesamt 16% schlecht ab. Wiens Jugend hat die Schnauze voll vom rechten Populismus und ausländerfeindlichen Parolen. Ist dieser sichtbare Linksruck etwa der Anfang einer „jungen Revolution“?

Wahlergebnis Viennas Kids
Grafik: SORA Institut/Twitter

Vor der Wahl wurde oft behauptet, Jugendliche würden kein Interesse am politischen Geschehen haben. Für mich sind diese Statistiken aber der Beweis für das Gegenteil. Das sind nicht einfach nur Zahlen, sondern ein Statement dafür, dass sich die Jugend in Wien sehr wohl für Politik interessiert und mit der rechten Politik abrechnet. Während das allgemeine Wahlverhalten bei 2/3 Links und 1/3 Rechts lag, gaben junge Wähler den rechten Parteien am vergangenen Sonntag nicht einmal 1/5 ihrer Stimmen. Weniger als 20%! Der Unterschied im Wahlverhalten der Generationen ist zwar gewaltig, aber keine große Überraschung. Denn:

Unser Planet – Unsere Zukunft

Die Ansichten über die Welt haben sich über die Generationen hinweg verschoben. Prioritäten haben sich verändert. Die Rolle sozialer Medien darf hier nicht unterschätzt werden. Durch sie ist es uns heute möglich, uns mit dem Rest der Welt auszutauschen, Ideen zu teilen und Kontakte zu knüpfen. Bewegungen wie Fridays for Future konnten so großen Anklang in der jungen Generation finden. Denn sie ist es, die rund um die Welt liked und shared und somit neue Trends setzt. Umweltschutz ist einer dieser Trends. Auch bei den Wien-Wahlen zeigt sich, dass für die Mehrheit junger Wähler der Schutz unseres Planeten ein wichtiges Wahlmotiv darstellt. Bei unserer letzten biber-Straßenumfrage sagten viele Jungwähler dass sie Grün wählen, da nur sie sich für den Klimaschutz einsetzen. Für die Jugend ist es wichtig, dass eine Partei ein gewisses Bewusstsein gegenüber dem Klimaschutz besitzt. Strache, Nepp und Konsorten leugnen ja den Klimawandel. Wir wollen nicht jemanden wählen, der eine maßgebliche Bedrohung für unsere Zukunft ignoriert.  

Ausländer raus? – Nicht mit uns, lan!

Junge Wiener geben sich nicht zufrieden mit den simplen Antworten der schwarz-weißen Politik, die in Migranten ausschließlich Sündenböcke sehen. Im Gegenteil. Migranten als Feindbild zu symbolisieren, funktioniert vielleicht noch bei der älteren Bevölkerung. Aber spätestens seit dem Durchbruch des Deutschrap im Mainstream wurden „weiße“ Idole der alten Generation von Migranten aus aller Welt abgelöst. In ihren Texten vermitteln sie nicht selten ihre Herkunft und Kultur. Das Publikum von Deutschrap ist bunt: Capital Bra, Luciano und Eko Fresh werden nicht nur von Mehmet und Ali gefeiert. Auch Peter und Tim hören ihre Musik. Diese Strömungen in der heutigen Jugendkultur beeinflussen das politische Bewusstsein junger Menschen genauso.

Wiens Jugend hat erkannt, dass es in unserer Zukunft keinen Platz für konservative und rechte Ideologien gibt. Ich glaube nichts hätte diese Meinung besser veranschaulichen können als ein Video, das kurz vorm Wahlsonntag in den sozialen Medien die Runde machte. In dem Video bittet ein Jugendlicher HC Strache um ein Foto, nur um ihn dann als A******** zu beschimpfen. Dieser Babo-Move spiegelt eigentlich sehr gut die Meinung Wiener Jugendlicher über rechte Politik wider. Das gibt große Hoffnung darauf, dass wir uns in Zukunft mehr in Richtung konstruktive Politik bewegen können.

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