Warum rauchst du?

18. Oktober 2016

Ich habe letztens viel Zeit auf verschiedenen Flughäfen verbracht. In Wien, Warschau, Venedig, London, Bologna und noch ein paar mehr. Fast alle dieser Flughäfen haben Rauch-Räume, die einzigen Räumlichkeiten, in denen Rauchen am Flughafen erlaubt ist. Manche dieser Rauchkammern sind so klein, dass man in ihnen wahrscheinlich auch ohne den ganzen Rauch nicht atmen könnte. Klein, klaustrophobisch und mit einem Gefühl als wäre man in einem Gefängnis.

 

No smoking

Ich habe nie im Leben eine Zigarette geraucht, nicht mal einen Zug genommen. Ich habe Rauchen nie besonders anziehend gefunden. Die Idee, Rauch in meine Lungen reinzulassen, ist mir immer schon sehr unlogisch vorgekommen. Vielleicht habe ich es meinen Eltern zu verdanken, die mir ständig wiederholt haben, dass Rauchen ungesund ist. Das, obwohl mein Vater eine Zeit lang geraucht hat, was ich nie wirklich nachvollziehen konnte.

 

Die (Un)logik einer Sucht

Die Raucherräume sind ein trauriges Bild dessen, wie sehr ein Mensch von einem Mittel abhängig werden kann. Man könnte ja warten, bis man an seinem Ziel angekommen ist und dort eine Zigarette rauchen. Doch die Sucht scheint viel stärker zu sein. Offensichtlich stört es viele Menschen nicht, in einem Zimmer voller Rauch zu sitzen und nicht nur den Rauch ihrer eigenen Zigarette, sondern auch den von allen anderen in dieser Rauchkammer einzuatmen. 

Ich weiss schon, eine Sucht ist von Natur aus nicht logisch und wahrscheinlich jeder von uns hat etwas, wonach wir süchtig sind. Sie hat an sich überhaupt nichts mit Intelligenz zu tun. Sie ist etwas Menschliches und ein Teil unserer Persönlichkeit. Das Problem liegt darin, dass manche Süchte schädlicher als andere sind. Rauchen gehört eindeutig zu den schädlichen Abhängigkeiten. 

 

 

Ich kann ja eh aufhören…

Die meisten Raucher sagen, dass sie sofort aufhören könnten, es ist aber ihre eigene Wahl, es nicht zu tun. Tatsächlich schafft es nur einer von 50 ohne Hilfe, das Rauchen aufzugeben. Man könnte an dieser Stelle behaupten, dass jeder Mensch selbst, was er mit seiner Gesundheit macht. Das stimmt, solange es aber die Gesundheit anderer Menschen nicht beeinflusst. Ich hasse es, wenn ich an einer Bushaltestelle neben einem Raucher auf einen Bus warte und diese Person mir, wortwörtlich, den Rauch ins Gesicht bläst. Du kannst ja rauchen, ich habe kein Problem damit. Mein Problem fängt dann an, wenn ich zum ungewollten Raucher werde.

 

Rauchen macht fitter. NOT.

Als ich 12 Jahre alt war, hatte ich eine kleine OP und musste ein paar Tage im Krankenhaus verbringen. Mein Zimmergenosse für diese Zeit war ein älterer Mann, dessen Nase operiert wurde, ein Teil seiner Atemwege also. Ich kann mich ganz genau erinnern, als er von seiner OP zurückkam und das Erste, was er gemacht hat, war, eine Zigarette zu rauchen. Ein 50-jähriger Mann, der sich wie ein kleines Kind vor den Krankenschwestern verstecken musste, nur weil er eine Zigarette rauchen wollte. Ein anderes Beispiel, das in meinem Kopf hängen geblieben ist und mich davon überzeugt hat, dass Rauchen nichts Gutes sein kann.

 

 

Arrivederci, Geld!

Rauchen kostet nicht nur Gesundheit, es kostet auch eine Menge Geld. Wenn man vier Packerln Zigaretten pro Woche raucht, kostet das rund 34 Euro. Das summiert sich in einem Jahr auf stolze 1.768 Euro. Ein ganz schöner Urlaub also. 

 

Ich konnte nie wirklich ganz verstehen, warum man etwas so Ungesundes und Teures machen würde. Warum raucht man also? Warum will sich man in einen kleinen Raum reinsetzen und eine Zigarette rauchen? Schmeckt es so gut? Warum macht man etwas, wovon man weiss, dass es uns nichts Gutes bringt?

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