Wie hältst du’s mit dem Glauben?

29. Oktober 2019

Wir waren beim dritten Business Breakfast der Charta der Vielfalt an der TU und haben mit dem Politikwissenschaftler Dr. Farid Hafez über Österreichs Beziehung zu Religion gesprochen. 

Am 28. Oktober organisierte die Wirtschaftskammer Wien in Kooperation mit der technischen Universität Wien im Rahmen der Charta der Vielfalt das dritte Business Breakfast. 

Zunächst präsentierte das Diversity Management an der TU seine Strategien, Ziele und stellte auch laufende Projekte vor. Eines dieser Projekte ist MORE, eine österreichweite Flüchtlingsinitiative, die den Zugang zu den Universitäten für Menschen mit Fluchthintergrund ermöglichen soll.

Im Anschluss hielt der Politikwissenschaftler Dr. Farid Hafez einen Impulsvortrag über die Bedeutung der Dimension Religion in einer säkularen Organisation. In seinem 15-minütigen Vortrag erklärte er nicht nur fundamentale Grundlagen von Säkularität, also der Trennung zwischen Religion und Staat, sondern stellte auch Maßnahmen zur leichteren Auslebung des eigenen Glaubens im öffentlichen Raum vor. 

In Österreich herrscht neben dem Staat-Kirchen-Kooperationsmodell Neutralität und Parität. Das heißt, die Rechtsordnung ist religiös neutral und identifiziert sich mit keiner bestimmten Kirche oder Religionsgesellschaft, alle gesetzlich anerkannten Kirchen werden gleichwertig gesehen. „Deswegen sollte man nicht nur katholische Feiertage berücksichtigen“, meinte Dr. Hafez. Ein stiller Raum zum Meditieren oder Beten für Menschen aller Religionen und auch die Möglichkeit, koscheres, vegetarisches, veganes oder halales Essen zur Verfügung zu haben, seien laut dem Politikwissenschaftler auch weitere wichtige Maßnahmen, die eingeführt werden sollten. 

Spannend war ebenfalls der Input, wie man sich verhalten sollte, wenn eine Person aus religiösen Gründen auf das Händeschütteln verzichtet. Hafez: „Der Anteil an Menschen, die aus religiösen Gründen auf den Gruß verzichten, ist sehr klein. Ebenso kann dieser Verzicht auch aus anderen, nicht religiösen Gründen stattfinden. Man sollte diese persönlichen Grenzen respektieren.“

Er betonte, dass man ein interaktives Miteinander fördern und zweiseitiges Verständnis aufbauen sollte, um in Zukunft Vorurteile und Klischees abzubauen.

Charta der Vielfalt

Die Charta der Vielfalt besteht seit 2010 als gemeinsame Initiative der WKÖ und der WKWzur „Förderung der Wertschätzung gegenüber allen Mitgliedern der Gesellschaft – unabhängig von Geschlecht, Lebensalter, Herkunft und Hautfarbe, sexueller Orientierung, Religion und Weltanschauung sowie körperlicher oder geistiger Behinderung“. Seit April 2018 ist die Technische Universität Wien Mitglied der „Charta der Vielfalt“.

 

Farid, Hafez

 

Blogkategorie: 

Das könnte dich auch interessieren

Lehrling, Yaren, Lehre, BAWAG
Die 21-jährige Yaren macht eine Lehre...
Reise, Tantrasex, Wüstenstaub, Kolumne
Tantrasex und Wüstenstaub Von Andrea...
Selbstverteidigung
  Die Jungs sind sich einig: Mobbing...

Anmelden & Mitreden