Wiener Helden

03. November 2020

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Recep (l.) und Mikail (r.) Instagram: Muhammed Yüksek, mit freundlicher Erlaubnis von Mikail
Recep (l.) und Mikail (r.) Instagram: Muhammed Yüksek, mit freundlicher Erlaubnis von Mkail

 

Wir geben dem Täter keine Plattform. Es sind diese Namen, die wir uns merken: 

Mikail Özen (25) und Recep Gültekin (21) haben beim gestrigen Terroranschlag in Wien ein bewundernswertes Level an Zivilcourage bewiesen. Die beiden Austrotürken waren gestern Abend gerade am Schwedenplatz, als sie plötzlich mitten im Gefecht landeten. Sie haben nicht lange gezögert: Die MMA-Kämpfer haben einer Frau und einem angeschossenen Polizisten aus dem Kugelhagel geholfen, und dabei ihr Leben riskiert. 

Wir haben mit  Mikail telefoniert – Er ist heute einer von Wiens am meisten gefragten Männern, deshalb musste er nach unserem Telefonat auch schon schnell wieder weiter. Was wir einfangen konnten:

Biber: Mikail, wie geht’s dir? 

Mikail: Sehr gut. Müde, aber eher körperlich. Ich habe halt nicht geschlafen. 

Wie kam es, dass ihr gestern Abend vor Ort wart?

Mein Freund Recep und ich wollten einfach vor dem Lockdown noch einen letzten Kaffee trinken gehen. Als wir unser Auto beim Schwedenplatz parken wollten, haben wir dann Schüsse gehört. Recep ist dann aus dem Auto gesprungen und hat verletzte Menschen am Boden gesehen, eine Dame lag am Boden. Dabei hat Recep dem Terrorist ins Gesicht geschaut, es waren viellecht fünf Meter. Er hat auch die Waffe auf ihn gezielt, aber Recep hat sich gerettet, in dem er sich nach vorne gerollt hat, also ein Vorwärtssalto gemacht hat. Da ist schon der nächste Schuss gefallen, aber er hat zum Glück nur einen Splitter in den rechten Unterschenkel bekommen. 

Blöde Frage, aber hattet ihr keine Angst?

Adrenalin eher.

Und was ist dann passiert?

Wir sind wieder ins Auto und haben dann eine ältere Dame gesehen, die ahnunglos Richtung Gefecht gegangen ist, dann sind wir aus dem Auto gesprungen und sie dann in eine sichere Zone gebracht. Dann sind wieder Schüsse gefallen, und wir sind im Zick-Zack herumgerannt. Irgendwie so gebückt - dann haben wir einen verletzen Polizisten gesehen, der lag am Boden. Und wir haben ihn zum Rettungswagen getragen.

Glaubst du, dass nach dem Attentat gestern der Hass gegenüber Muslimen in Österreich zunehmen wird? 

Ja, aber wir haben mit unserem Handeln glaube ich gezeigt, dass in Österreich lebende Muslime nichts mit Terror zu tun haben. Wir verabscheuen diese Tat zutiefst. Wir sind in Wien geboren, wir leben in Wien und wir stehen für Österreich. Wir türkischstämmigen Muslime distanzieren uns von jeglicher Art von Terror. Das ist uns sehr wichtig, dass das alle wissen.

Mehr findet ihr auf Mikails und Receps Instagramkanälen.

Hier erzählt Mikail, was passiert ist:

DISCLAIMER: Den beiden Männen wird aufgrund vergangener Postings mit dem verbotenen Wolfsgruß auf ihren Social-Media-Profilen eine Nähe zu der türkischen rechtsextremen Gruppierung der Grauen Wölfe zugeschrieben. Das wollten wir natürlich nicht unkommentiert lassen, können unseren Interviewpartner nicht telefonisch erreichen.  SPÖ Bezirksrat Muhammed Yüksek, der den beiden jungen Männern in der Medienarbeit geholfen hat, klärt auf: Es handle sich bei dem Wolfs-Logo bloß um das Team-Logo der beiden MMA-Kämpfer.

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