Wir in Wien

29. Juni 2015

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Heinisch-Hosek
Fotocredit: Andy Wenzl/BKA

"Vor dem Projekt dachte ich, ihr seid eine verlorene Generation", so der Schauspieler Harald Krassnitzer. Doch die Ergebnisse des Projekts "Wir in Österreich" haben den Tatort-Kommissar umdenken lassen. 2000 Jugendliche haben seit 2011 österreichweit im Rahmen kleiner Workshops berichtet, wie sie leben, woher ihre Eltern kommen, wohin es sie zieht. Sie sind alle Teil eines neuen, interkulturellen Österreich. Herausgekommen sind neun Buchbände, voll mit den persönlichen Geschichten von Österreichs Schüler/-innen. Auch Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek las aus zwei der 2000 berührenden Beiträge bei der Präsentation des Projekts vor. 

Die Intitiatoren des Projekts, Autor Ernst Schmiederer und Tatort-Schauspieler Harald Krassnitzer, sind mit einem Schreibheft für jeden Jugendlichen an die berufsbildenden Schulen gegangen und haben die Kids aufgefordert, etwas aus ihrem Leben zu schreiben. Das Ziel war es, dass die Jugendlichen beim Schreiben in sich hineingehen. Jede Geschichte wurde abgedruckt, ob anonym oder mit dem Autorennamen versehen und ganz gleich welches Thema sie behandelt. So schreibt Kübra über ihre Mobbingerfahrung, Elif darüber, im Schatten ihrer Schwester zu stehen und eine 19-Jährige schreibt anonym, wie sie aufgrund eines bewaffneten Raubüberfalls mit 16 Jahren fünf Monate im Gefängnis saß.

Eine der Geschichten, die Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei der Präsentation liest, ist von Katharina. Katharina ist Frisörin, sie möchte aber lieber als Anwältin arbeiten. Die 17-Jährige befürchtet jedoch, dass sie es aufgrund ihrer Piercings und Tattoos als Anwältin nicht leicht haben wird. Trotzdem möchte sie ihre Matura nachholen und studieren - sie hat viel vor in ihrer Zukunft.

Heinisch-Hosek mit Schülerinnen
Fotocredit Andy Wenzl/BKA

"Vor dem Projekt dachte ich, ihr wärt eine verlorene Generation. Aber in jeder dieser Geschichten, kamen die Begriffe Fairness, Gerechtigkeit und Sehnsucht vor und diese sind entscheidend im politischen Leben", sagt Krassnitzer über die Arbeit mit den Storys der Jugendlichen. Krassnitzer spricht in diesem Zusammenhang auch das aktuelle Flüchtlingsthema an: "Meine liebsten Geschichten, sind die stummen Geschichten, wie die der Flüchtlinge aus Traiskirchen. Wir müssen uns darum kümmern, dass auch diese Geschichten geschrieben werden."

Die Bücher sind erhältlich unter: http://wirberichten.at

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