Buona notte, Netflix?

29. Januar 2015

Chili, Video-on-Demand, Screenshot
(c)Chili

Seit Donnerstag, dem 22. Jänner 2015, gibt es ein weiteres Video-on-Demand Portal in Österreich. Es soll das Kino in unsere eigenen vier Wände holen. Aber eine Medaille hat zwei Seiten.

von Kürsat Mutlu

Paprika?
Nein, Chili! So heißt der neue Anbieter, der sich zur Nummer Eins Italiens durchkämpfen konnte. Sie sind der erste unabhängige Video-auf-Wunsch Provider. Das bedeutet keine monatliche Gebühr! Nur die Filme bzw. Serien, die man sehen will, müssen bezahlt werden. „Es besteht eine Riesennachfrage bei aktuellen Blockbusterfilmen“, so Stefano Parisi, Gründer und Präsident der Chili S.p.A.. Genau diese Nachfrage haben sie zu ihrer Geschäftsidee gemacht.

Hasta la vista, baby!
Zum Österreich Start bietet Chili bis zu 800 Filme, darunter auch die aktuellsten DVD-Releases, wie „Guardians of the Galaxy“ oder „Lucy“. „Wir versuchen die Filme so aktuell wie möglich zu halten. Unser Ziel ist es mit der Kinopremiere zu streamen. Derzeit sind wir aber fast zeitgleich mit den DVD-Veröffentlichungen.“, fügt Parisi hinzu. Gegen Ende des Jahres sollen bis zu 3000 Filme und 2000 Episoden an Serien auf Mausklick bzw. Knopfdruck erhältlich sein, vorerst nur auf Deutsch.

Zum hier essen, oder mitnehmen?
Wieviel kostet uns der Spaß? In SD, also DVD-Qualität, lassen sich Filme schon mit knapp 3 Euro ausleihen. Will man den Film kaufen, muss man schon mit ca. 10 Euro rechnen. Und das sind die Spezialpreise für den Österreichauftakt! Einmal ausgeliehen, steht einem der Film für 4 Wochen zur Verfügung. Nach dem ersten Klick auf Play habt ihr, wie bei A1 TV, ein Zeitfenster von 48 Stunden. Danach müsst ihr euch den Film erneut ausleihen. Gekauft bleibt er natürlich für immer, und kann so oft angesehen werden, bis einem die Augen herausfallen. Derzeit lässt sich der virtuelle Geldbeutel aber ausschließlich per Kreditkarte oder PayPal füllen. Bankeinzug folge bald.

Vergiss das Popcorn nicht!
Mit einer Schar an Konkurrenten wie Netflix, Maxdome, GooglePlay u.a., haben sie aber kein leichtes Spiel. Deswegen bietet Chili ein besonders umfangreiches technisches Können. Sie bieten extrem kurze Ladezeiten, hohe Qualität und Abspielbarkeit auf vielen Geräten. Smart-TVs, Smartphones, PCs, Tablets, uvm. Deswegen lässt sich ein Film am Tablet anfangen, auf den Fernseher übertragen und auf dem Handy im Bett fertig sehen. Ein kleines Manko: Derselbe Film lässt sich nicht auf verschiedenen Geräten gleichzeitig streamen. Aber fünf verschiedene Filme auf fünf Geräten sollten theoretisch möglich sein.

Noch ein Film dazu?
Zukünftig sollen gemeinsame Werbeaktionen mit bekannten Marken, wie Barilla, Samsung u.a., helfen, Chili einem größeren Publikum vorzustellen. Zu zwei Packungen „Barilla Spaghetti“ könnte es also einen Film gratis dazu geben. Deswegen, Augen offen halten!

Mein Fazit
Die Aktualität der Filme ist großartig. Für jeden Film einzeln zu zahlen, ist aber mühsam. Die Leihgebühr ist vergleichsweise etwas höher als eine echte Videothek, erspart einem aber den Weg zu ebendieser. Ein weiteres Hindernis beim Österreichstart könnte sein, dass nur Kreditkarte oder Paypal das elektronische Geldbörserl aufladen kann. Laut der Österreichischen Nationalbank haben nämlich fast 66 Prozent aller Haushalte keine Kreditkarte. (Stand 2012)
Ich finde, dass Chili, trotz all dem, eine gute Figur macht. Sie sind ein kompetenter Mitstreiter für den heißersehnten Thron auf dem Heimunterhaltungsolymp. Mal sehen, wie sie sich schlagen. Ich bleibe aber meiner klassischen Videothek treu.

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