Der 100.000 Euro Mann

03. Oktober 2013

Sebastian Hilscher überzeugte Milliardär Frank Stronach mit seiner „Demokratie 2.0“ Idee – dafür gab’s 100.000 Euro und die Gewissheit, reiche Uhren kaufen zu können.

 

Von Teoman Tiftik und Marko Mestrović

 

Stolz zeigt uns Sebastian Hilscher sein Bewerbungsvideo für den Ideenwettbewerb am Handy. Er hat es in der Lagerhalle seines Familienbetriebs welche Fertigschalungen in Oberösterreich produziert und verkauft aufgenommen. Darin erklärt er seine Idee, die ihn zu einem jungen Mann ohne Zukunftssorgen machen sollte. Er gab ihr den Titel „Demokratie 2.0“. „Ich will Bürgern eine Plattform bieten, Politiker und deren Gesetzesvorschläge zu bewerten“, so der 24-jährige Oberösterreicher. Eine Art interaktives Spielchen. Der direkte Draht zwischen Bevölkerung und Politik soll im Vordergrund stehen. Das gefiel Frank Stronach und seiner Jury so gut, dass Sebastian sich am Ende gegen 690 Mitbewerber durchsetzte und den 100.000-Euro-Scheck als Belohnung einheimste. Stronach hat sich nach den Wahlen nicht mehr gemeldet. Vielleicht, weil er weiß, dass er lieber Sebastians Idee zum Wahlkampfthema hätte machen sollen, anstatt bizarrer Forderungen nach der Todesstrafe.

 

Rolex, wenn er will

Dabei wollte er anfangs gar nicht mitmachen. Erst ein guter Freund überzeugte Sebastian davon, beim Ideenwettbewerb seine Visionen von der Politik der ganzen Welt mitzuteilen. Jetzt, als 100.000-Euro-Mann, genießt er es, in der Stadt bummeln zu gehen und in die Schaufenster von noblen Juwelieren und Uhrmachern zu blicken. Nicht weil er vor hat, eine 5000 Euro teure Uhr tatsächlich zu kaufen – aber allein dieses Gefühl, sich Luxusartikel, um die er früher einen großen Bogen machte, kaufen zu KÖNNEN, streichelt Sebastians Ego gewaltig.

 

„Sebastian, alter Freund...“

Seit der überraschende Geldregen einsetzte, klingelt das Telefon des Glückspilzes ununterbrochen. Glückwünsche und Leute, die sich plötzlich melden und bei denen sich Sebastian wundert, dass sie überhaupt seinen Nachnamen wussten. Ihr Geldgeier da draußen, ihr könnt eure Charmeoffensive gleich vergessen, weil Sebastian kein Geld zum verschenken hat. Lediglich der Freund, der ihn zum Mitmachen bewegte, wird auf einen unvergesslichen Urlaub eingeladen. Um Kosten und Logis kümmert sich Sebastian. Der Rest des Vermögens wird ganz nach der Stronach-Philosophie in die elterliche Firma für neue Maschinen investiert. Das Geld ist schon auf dem Konto.

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