Die Kleinen an die Macht!

13. September 2019

Vielleicht sollten wir aufhören zu jammern und das Kreuzerl am Wahltag einer kleinen Partei schenken? Die Großen hatten mehr als genug Chancen.

Von Amar Rajković

Die Politik hat ein Problem? Nein, die Politik nicht, aber die großen Parteien sehr wohl. Ein Glaubwürdigkeitsproblem. Die Schwarzen schreddern, was das Zeug hält, und sperren Journalisten aus. Die Blauen schaden mit ihren rassistischen Ausrutschern dem Ansehen Österreichs weltweit. Die Roten schlagen kein Kapital daraus, weil sie noch immer nicht begriffen haben, dass ihnen das Wasser bis zum Hals steht. Diese drei Parteien haben eines gemeinsam: Sie sind groß, mächtig, strukturiert und haben vor allem Geld. Alleine im Jahr 2019 erfreuten sich die „Großen“ über Parteienförderungen in Höhe von 124,1 Millionen (!) Euro. Und da ist noch gar nicht die Sonderförderung für die EU-Wahl vergangenen Mai mit einberechnet. Deswegen sehen wir überall am Straßenrand die Konterfeis der Hofers, Kurzs und Rendi-Wagners. Damit wird uns suggeriert, dass das die „Big Player in the Game“ sind. Wer setzt schon auf Wolfsberg, wenn der Meister sowieso aus Salzburg kommt? Richtig, niemand.

KLEIN ABER OHO

Diese Denkweise bedeutet eines: Stillstand und keine Chance für die Underdogs. Dabei hätten das die Kleinen durchaus verdient. Die Grünen haben den Glawischnig-Schatten endgültig abgeschüttelt und sind die Profis in Sachen Klima und Umwelt. Punkt. Wer das nicht glaubt, soll die Kandidaten auf der Bundesliste googeln, da braucht's keine Polit-Insider dafür. Die NEOS sind umtriebig und behaupten sich nach dem möglichen Abgang von Peter Pilz als seine Nachfolger in Sachen Transparenz und als große Gegner der Postenschacherei. Peter Pilz ist mit seiner Liste wahrlich ein Unikum, das wie kein anderer Politiker selbst rechte Antreiber wie Kickl in die Schranken weisen kann. Er hat blöderweise sein Ego über das der Partei gestellt und wird nach der Wahl ziemlich sicher die Quittung dafür bekommen. Dann blieben noch der „Wandel“ und die „KPÖ“. Die Partei mit dem in Österreich so verachteten bösen „Kommunistische“ im Namen ist sowas wie ein nimmer müder Sisyphos, der zumindest in der Grazer Stadtregierung seine Kompetenzen unter Beweis stellt. Die Stadträtin Elke Kahr und ihr Kollege Robert Krotzer behalten sich von ihren 10.717€ Gehalt nur 1.950€! Der Rest geht an Menschen in Not. Löblich und total befremdlich für die heutzutage so abgehobene Politik und ihre Lakaien.

„WÄHLT UNS NICHT MEHR!“

Und last but not least kommen wir zum „Der Wandel“, der sich ebenfalls links verortet und auch traut, einen Politiker mit Migrationsbackground ganz oben zu positionieren. (Noch immer keine Selbstverständlichkeit, mehr dazu auf S.10) Der besagte Fayad Mulla behauptet, seit sieben Jahren mit seiner politischen Tätigkeit nur Schulden anzuhäufen. Kein Wunder, er macht es auch ehrenamtlich. Das klingt doch nach Esprit, Wille und Ideologie. Etwas, wovon die Großen momentan ganz wenig zeigen. Und selbst wenn der Wandel seine Wähler mit der Performance im Parlament enttäuschen sollte, hat der Spitzenkandidat einen Tipp bereit: „Wählt uns nicht mehr.“

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