Ein Stück Jerewan in Wien

09. September 2021

Selbermacher
Harutyun Hakobyan und seine Mutter Narine haben in Wien das erste armenische Restaurant eröffnet. (C)Vanja Pandurević

Traditionelle armenische Küche mit einem modernen Touch findet man nun erstmals in der Josefstadt. Das „Lavash“ ist österreichweit das erste Restaurant seiner Art.

Von Nada El-Azar, Fotos: Vanja Pandurević

Wer authentische, armenische Gerichte genießen möchte, muss ab jetzt nicht mehr in den Flieger steigen. Denn seit Juni hat das „Lavash“ seine Tore am Hammerlingplatz geöffnet. Lavash ist der Name des traditionellen, armenischen Fladenbrotes, das bei keinem Essen fehlen darf. Geschäftsführer Harutyun Hakobyan hat mit dem Restaurant einen langersehnten Traum seiner Mutter Narine Manukyan erfüllt. Denn seit ihrer Ankunft in Österreich vor 20 Jahren wollte die gelernte Köchin ein Stück Armenien in ihre neue Heimat holen. „Armenien ist wie eine Brücke zwischen dem Orient und dem Westen. Ich wusste, dass in Österreich der Geschmack unserer Küche gut ankommen würde – es ist nämlich gesund und nicht zu exotisch“, so die dreifache Mutter.

„Wir geben immer tausend Prozent.“

Und sie hatte recht. Der Großteil der Kundschaft sind ÖsterreicherInnen. Und auch einige armenische Familien waren bereits zu Gast und tief überzeugt von Narines Kochkünsten. „Ich liebe meine Kundschaft! Für sie muss immer alles perfekt sein, vom Essen bis zum polierten Besteck. Wer nicht zufrieden ist, kommt nämlich nie wieder. Und das will ich verhindern“, so die Köchin. „Wir geben immer tausend Prozent“, ergänzt Sohn Harutyun, der von ihr liebevoll Harut genannt wird. Mit seiner eigenen Mutter zu arbeiten genießt der 35-Jährige. „Aber manchmal kann es auch anstrengend sein“, grinst er.

Die Kundenzufriedenheit als Kredo von Lavash spiegelt sich auch in der Küche wider, wo Mama Narine schaltet und waltet. Besonders die Wildkräuter, die Narine in einem armenischen Supermarkt einkauft, verleihen ihren Gerichten ihren authentischen Geschmack. Die Kombination aus heißer Sonne und luftigen Höhen der Berge lassen Kräuter wie Minze, Oregano, Rosenpaprika und roten Basilikum (auch Reyhan genannt) besonders aromatisch werden. „Die armenische Küche ist eine der ältesten in der transkaukasischen Region, und auch weltweit. Das Besondere an ihr ist, das heute noch so gekocht wird wie vor hundert oder tausend Jahren. Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, und Gewürze, sowie frischer Joghurt und das traditionelle Lavash machen aus ihr eine vergleichsweise gesunde Küche“, erklärt Harut.

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Ein leckeres Rote-Beete-Tartar mit knusprigen Lavash-Stücken kann ein perfekter Appetizer für mehr sein.

Lavash als Alleskönner

Täglich gibt es im Restaurant einen neuen, kräftigen Eintopf mit Fleisch oder Fisch, zu dem selbstverständlich auch Lavash gereicht wird. Das namensgebende Fladenbrot wird alle zwei Tage eigenhändig von Narine zubereitet und ist ein wahrer Allrounder: Frisch und fluffig nimmt es die köstlichen Saucen auf, und ist als Begleiter zu den feinen Gemüsetartars perfekt. Eingerollt als „Brutj“ hält das Brot alle Köstlichkeiten in Zaum. Und knusprig gebraten entfaltet das Lavash einen nussigen Geschmack, der einfach Lust auf mehr macht. Geschäftsführer Harutyun isst persönlich am liebsten die gefüllten Weintraubenblätter, auch „Tolma“ genannt, deren Geschmack er aus frühester Kindheit schätzt. Neben gängigen Getränken findet sich auch eine Auswahl armenischer Weine und Cognac auf der Karte. Und, schon Lust auf einen neuen kulinarischen Trip?

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Lavash
Hammerlingplatz 2
1080 Wien

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