3 Minuten mit "Habibi you know"

02. Juni 2021

Die Gründer des Mode-Labels „Habibi you know“ haben eine Mission: Arabische Schrift in die europäische Popkultur integrieren. Im Interview erzählen Jessica und Imad von IS-Verwechslungen, Drake als Inspiration und dem Image der arabischen Schrift.

Interview: Miriam Mayrhofer

Credit: Simon Herret
Credit: Simon Herret

BIBER: Wie kam es zur Idee und Gründung von ‚Habibi you know‘?
IMAD EL RAYESS: Ich wollte für meinen besten Kumpel einen Sweater machen. Weil er sowas wie ein Habibi für mich ist, habe ich das auf einen Pulli gestickt. Das war 2016. Nach zwei Wochen kam der dann auf mich zurück und sagte: „Hey Imad, ich habe viele Blicke bekommen. Manche fanden es cool, manche haben gefragt, ob ich jetzt dem IS beigetreten bin.“ Habibi, das ist ja was Schönes, was Liebevolles. Da habe ich gecheckt: Alles klar, da braucht‘s noch ein bisschen Aufklärungsarbeit. Ich habe den Instagram- Channel ‚Habibi you know‘ gestartet, weil der Name Habibi schon vergeben war. Es gab zu der Zeit auch ein Album von Drake, und da gibt’s eine Line mit „it’s a habibi thing, u know?“.

Welche Hürden musstet ihr überwinden?
IMAD EL RAYESS: Es ist immer eine Hürde, wenn man einen neuen Launch hat. Fragen wie: Wie gehe ich damit um, dass der neue Produzent, eine Familie in Tunesien mit der wir seit der neuesten Kollektion zusammenarbeiten, unsere Preise erhöht hat? Das hat so Bauchschmerzen gemacht. Wir sind nicht so preis- und profitorientiert. Wir wollen einfach coolen Stuff machen, mit einer geilen Message und was Gutes beitragen, that’s it.

Wer ist eure Community?
JESSICA REES: Leute, die sich mit dem Thema identifizieren können oder es verstehen und unterstützen. Es sind nicht Leute, die den Schriftzug sehen und fragen: „Steht da ISIS?“ Wir kennen viele aus unserer Community, die solche Geschichten haben. Aber dann auch süße Storys wie: „Ich habe sieben Jahre nicht mit meinem Nachbarn geredet, es kam nicht dazu und dann hat er mich mit Habibi gesehen und seitdem sind wir gut befreundet.“ Solche Geschichten zeigen: Hey, die Message ist da, ist wichtig, verbindet.

Welche Ziele habt ihr für die Zukunft
IMAD EL RAYESS: Unser Ziel ist es natürlich, dass alle Habibi tragen.

JESSICA EL RAYESS: Und vor allem auch die arabische Schrift zu entstigmatisieren, indem wir sie in die Popkultur integrieren.

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