Kein Platz für political corectness

13. März 2008

 

 

Ende letzter Woche traf ich drei gute Freunde und wir entschieden uns die herrlichen aber eiskalten Sonnenstrahlen ausführlich zu resorbieren und dabei unser ästhetisches Wahrnehmungsorgan auch nicht gänzlich zu vernachlässigen. Wir gingen folgerichtig auf die Mariahilferstraße. Zwischen grimmigen Gesichtern, Emokids und verloren wirkenden Touristen erzählte ich meine Urlaubsanekdoten. Ich schwärmte von den Vorzügen eines tropischen Klimas, prangerte die wiener Höflichkeit an und versuchte vergebens ein Lächeln von  Passanten zu erhaschen. Nach einer halben Stunde wirren Herumgehens, entschieden wir etwas konkretes zu machen und gingen auf ein Bier! Da es im MQ keinen Würstler oder Supermarkt gibt und wir auch nicht ganz heiß drauf waren 3,5€ schon am Nachmittag auszugeben, fiel uns das Play.Fm Radio ein mit seinen Räumlichkeiten mitsamt Bar. Leider schien es als ob wir die einzigen mit verdursteten Kehlen waren, denn die Bar war zu. In der Hoffnung zu doch noch etwas Flüssigem zu gelangen, kreuzten wir das Studio und gingen bei den anderen Türen raus. Aufeinmal befanden wir uns in einem Ausstellungsraum. In Glasvitrinen waren mehrere Magazine "Titanic" präsentiert. Mir fiel sofort ein Titelbild mit Roberto Blanco auf mit der dazugehörigen Schriftzeile: "Deutscher Präsident, wie wärs mal mit einem Neger?". Ich konnte mir mein Lachen nicht verkneifen und studierte ausführlich die anderen ausgestellten Titelblätter. Ein ums andere mal bekam ich einen Lachkrampf und wunderte mich wie ich dieses herrliche Satireblatt erst jetzt zu Gesicht bekommen habe. Wer nicht zu zartbeseitet ist und kein Problem hat das Wort "Neger" zu lesen, ohne gleich in pseudomoralischen Ausschweifungen zu verfallen, sollte auf jeden Fall auf www.titanic-magazin.de vorbeisurfen.

Aus aktuellem Anlaß ein Titanic-Statement zum 70-jährigen Jubiläum des Anschlußes Österreichs an Deutschland.

 

 

 

Kommentare

 

gut geschrieben amar! köstlich!

 

wirkt ein bisschen unzusammenhängend und unausgegoren, daher weiß ich nicht so reicht, was du für ein statement damit abgeben möchtest.

zwischen der satire von "titanic", die sich der rassistischen bedeutung des wortes "neger" vollauf bewusst sind und den "neger aids"-aufschriften in so manchen straßenbahnen von no-future-neonazis liegen welten.

freu mich auf stimmigere und sinnigere blog-einträge von dir in zukunft :-)

sayonara,
merio-san

"sometimes it's fun to be avantgarde"

 

Danke Herr/Frau Merio-San,

endlich mal jemand der Kritik anbringt, dafür bin ich dir sehr dankbar. Dass Welten zwischen Satire-magazinen und stupiden "Neger-Aids" Aufschriften liegen ist mir natürlich bewusst. Ich habe "nur" einen Erlebnisbericht geschrieben, der in einem Ausstellungsraum geendet hat und ich folglich das erste mal in Berührung mit dem Satire-Magazin gekommen bin. Ein großes politisches Statement dahinter zu vermuten ist möglich, trifft aber in meinem Fall, nicht zu. Es war einzig und allein ein "attention drawing" auf das Titanic, weil es meine Lachmuskeln sehr beansprucht hat. Ein Blog ist sowas wie ein Tagebuch, die Grenze zwischen Persönlichem und Fakten ist fließend. So habe ich es auch gehandhabt.

lg

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