Nächstenliebe pur

17. Dezember 2014

In Zeiten wie diesen sind Zivilcourage und Nächstenliebe entweder schwer zu finden oder werden als Werbeslogans missbraucht. Der Hashtag #illridewithyou von Tessa Kum lässt Hoffnung für die Menscheit aufleben. Warum Australien uns eines Besseren belehrt und wir alle zu Mitläufern werden sollten, lest ihr hier.

 

Erst kürzlich hat ein Fanatiker im Namen des Islams in einem australischen Cafe Geiseln in Haft genommen. Bei der Rettungsaktion sind leider 3 Menschen umgekommen, darunter auch der Geiselnehmer. Viele australische Muslime befürchteten, dass nun eine Welle an islamophoben Reaktionen auf sie zukommen würde. Doch Australien scheint ein Hotspot der Menschlichkeit zu sein. "Sir Tessa" aka Tessa Kum twitterte darauf "If you reg take the #373 bus b/w Coogee/MartinPl, wear religious attire, & don't feel safe alone: I'll ride with you. @ me for schedule"
 

Frei übersetzt: Wer vor hat, den Bus 373 zu nehmen, sich aufgrund seiner religiösen Überzeugung dementsprechend kleidet und sich nicht sicher fühlt, ich fahre mit dir, twitter mir, dann können wir uns was ausmachen. Kurze Zeit darauf fragte sie in die Twitterrunde hinein, warum kein Hashtag daraus werden könnte.

 

#illridewithyou
Anlass dafür war eine Muslima neben ihr, die langsam ihr Kopftuch abnahm, als Tessa sich neben sie setzte. Tessa sprach die Frau natürlich an und sagte ihr, dass sie keine Angst haben und das Kopftuch wieder aufsetzen solle. Daraus entwickelte sich der Vorschlag, Leute sollen sich bereit erklären, Muslime auf ihrem Weg ,wohin auch immer, zu begleiten. Ob Zug, Bus oder Ubahn, gemeinsam fahren, um Solidarität zu bekunden.Der Hashtag #illridewithyou trendete innerhalb kurzer Zeit weltweit und ist immer noch voller Munde.Durch diese Aktion sollen Australier sich solidarisch mit ihren muslimischen Mitbürgern verbünden.

 

Diese Art von Menschenverständnis würde ich mir auch hierzulande wünschen. Denn was man derzeit zu hören oder lesen bekommt, ist einfach nur traurig. Österreichische Muslime, vermehrt Frauen, werden angeschrien, bespuckt oder schlimmer noch, krankenhausreif geprügelt. Diese Kreaturen die draußen herumlaufen und hetzerisches Gedankengut verbreiten sind ein Armutszeugnis für Österreich. Feuer mit Feuer zu bekämpfen ist schlichtweg dumm. Wir sollten stattdessen alle an einem Strang ziehen und zeigen, dass wir diesem Wahnsinn gemeinsam trotzen können.


Austria wird ja so oft mit Australia verwechselt. Wo alle dann entrüstet aufschreien, als ob Australien die ärgste Nation auf Erden wäre. Warum denn? Nehmen wir sie doch lieber als Beispiel. Bei bestimmten Dingen ein Mitläufer zu sein ist zu 90% fast immer uncool. Doch jetzt können wir ruhigen Gewissens Mitläufer werden, im wahrsten Sinne des Wortes. Also zeigen wir allen da draußen, was für gschmeidige Leute wir Österreicher doch sind und begleiten eine/n muslimische/n MitbürgerIn. Sei ein Mitläufer, lauf mit! Ob namhafte Personen hierzulande dazu auch bereit wären? Ein großes Zeichen würde damit gesetzt werden.

In diesem Sinne, #illridewithyou

 

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