Rassismus Beispiele

30. Januar 2013

 

Österreicher gegen Migranten, Migranten gegen Österreicher, Migranten gegen Migranten – Wenn es um rassistische Beschimpfungen geht, sind wir alle vorne dabei.

Für biber erzählen sechs Leute ihre persönlichen Erlebnisse:

 

Ashraf, 29, Ägypten/Österreich
Ich wurde einmal auf dem Heimweg vom Training von mehreren Polizeiwagen aufgehalten. Sie haben mich ausgefragt und mit der Pistole an die Wand gedrückt. Ich wollte natürlich wissen, was sie von mir wollen. Als Antwort habe ich bekommen: „Halt die Schnauze, geredet wird, wennst g‘fragt wirst! Ihr Ausländer seid alle gleich und seht alle gleich aus.“ Zuletzt kam ein Streifenwagen, aus dem ein Polizist herausschrie: „Des is er ned, des is er ned!“ Plötzlich sind alle weggefahren, ohne eine Erklärung oder Entschuldigung. Ich habe sie gleich angezeigt, dadurch dass ich aber keine Kennzeichen aufschreiben konnte, ist nichts geschehen.

 

 

 

 

Katharina, 26, Österreich
Mein Mann ist Afrikaner und somit ist unser Kind ein Mischling. Meine Familie hatte anfangs ziemliche Schwierigkeiten damit, doch nachdem ich schwanger wurde, hat sich das dann gelegt. Es passiert aber heute noch, dass vor allem ältere Damen meine Familie und mich in der Straßenbahn oder im Park anstarren und sich darüber wundern, wie man nur mit „so etwas im Bett liegen kann, da speibt man sich doch an“. Manche Kinder haben sogar Angst, wenn sie bei uns sind und meinen Mann sehen. „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ ist offensichtlich immer noch aktuell.

 

 

 

 

 

Baran, 24, Türkei
Ich bin Mietwagenfahrer und hatte einen Kunden aus Wien, der zum Flughafen gefahren werden wollte. Ich fuhr einen anderen Weg, woraufhin der Kunde ausgeflippt ist, mich sogar mit der Hand geschubst hat.  Ich habe mir „Du Scheißtürke kennst dich nicht aus! Wieso arbeitest du überhaupt hier? Wieso arbeitest du nicht bei dir daheim?“ anhören dürfen.

 

 

 

 

 

 

Suzana, 17, Serbien

In der Mittelschule hatten wir einen Kroaten in der Klasse, der alle Serben gehasst hat. Er hatte seinen Großvater im Bürgerkrieg verloren. Dabei habe ich überhaupt nichts mit dem Krieg zu tun! Sein Mobbing ging soweit, dass die ganze Klasse mir und meinen serbischen Klassenkollegen den Vorwurf gemacht hat, Kriegsverbrecher zu sein. Das nervte mich total. Ich habe nichts gegen Kroaten und behandle alle Menschen nach dem „Wie du mir, so ich dir“-Prinzip.

 

 

 

 

 

 

Ania, 24, Polen
In der Volksschule wurde ich sehr gemobbt, weil ich die einzige Polin war. Der Höhepunkt war, als mir meine Schuhe gestohlen wurden und ich im eisigen Winter barfuß nach Hause gehen musste. Ich hab zum Beispiel nicht gewusst, dass HÜ Hausübung heißt, weil mir das niemand gesagt hat und dann hab ich eine schlechte Note bekommen. Ich weiß, Kinder können sehr grausam sein. Das schlimmste ist aber, dass meine Lehrerin das alles jahrelang toleriert hat.

 

 

 

 

 

 

Markus, 20, Österreich

Vor zirka fünf Jahren war ich mit einem Freund im Park Fußball spielen, als plötzlich drei gleichaltrige türkische Jungs zu uns kamen. Sie haben uns dann gezwungen gegen sie zu spielen, sie hatten auch ein Messer dabei – natürlich mussten wir verlieren. Sie haben uns „Scheißösterreicher“ geschimpft und etwas wie „Eure Frauen sind Nutten“ gerufen. Bis jetzt habe ich das aber nie als rassistische Geschichte gesehen.

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