“Wien soll zur Klimahauptstadt werden”

03. Februar 2020

Zwischen 2. und 5. März finden heuer österreichweit die WKO-Wahlen statt. Jede*r Unternehmer*in Österreichs hat die Möglichkeit seine/ihre Stimme abzugeben. Ich spreche mit Hans Arsenović, dem Sprecher der Grünen Wirtschaft, über die kommenden Wahlen.

 

Hans Arsenovic

Foto und Text: Natalia Anders

 

 

BIBER: Die Grünen und Wirtschaft, wie passt das zusammen? 

Hans Arsenović: Wir von der Grünen Wirtschaft reden nicht von der Wirtschaft der Banken und Großkonzerne, unsere Wirtschaft ist bunt, vielfältig, nachhaltig und regional. Wir sprechen viel mehr von den vielen Kleinunternehmer*innen. Was die grünen Unternehmer*innen in letzter Zeit vor allem gezeigt haben, ist dass es keinen Widerspruch gibt zwischen Ökonomie und Ökologie. 

 

Die Beteiligung bei den letzten zwei WK-Wahlen war dürftig. 2010 bei nur 41%, fünf Jahre später sogar unter 40%. Warum? 

 

Unternehmer*innen nehmen die WKO oft als eine lästige Einrichtung, die ihre Interessen nicht vertritt, wahr. Viele unserer grünen Branchenrepräsentant*innen sorgen dafür, dass die Wirtschaftskammer für Selbstständige da ist. Die WKO bietet zum Beispiel gratis Anwält*innen. Das ist nicht irgendein dubioses Amt, wo man eigentlich nicht hinmöchte. Wir versuchen mit vielen Mitteln vor allem Einzel- und Kleinunternehmer*innen anzusprechen. 

 

 

Vierzig Prozent der Wiener Unternehmer*innen haben Migrationshintergrund, wenn ich mir die Namen im Wirtschaftsparlament anschaue, finde ich sehr wenige mit Migrationshintergrund. Warum? 

Da haben wir Nachholbedarf. Wenn man sich die Grünen anschaut, wird man feststellen, dass der Chef ein halber Jugo ist, der Arsenović. (lacht) Das Wirtschaftsparlament soll sowohl für Fr. Milosaljević, die ein kleines Burekgeschäft auf der Thaliastraße hat, als auch für einen großen Spediteur mit hunderten Lkws da sein.

 

 

Bei den letzten Nationalratswahlen war der Klimawandel ein großes Thema. Viele Menschen haben die Grünen deswegen gewählt. Ist das Klimathema auch im aktuellen Wahlkampf wichtig

Im aktuellen WK-Wahlkampf ist der Klimawandel ein wichtiges Thema. Es gibt immer mehr nachhaltige Start Ups. Jungunternehmen, die Fassaden begrünen wollen oder an nachhaltigen Batterien forschen. Mein Ziel ist es, dass jemand, der in Europa auf dem Gebiet Klima ein Start Up hat oder dazu erforscht, nach Wien kommt. Wien soll zur Klimahauptstadt werden. 

 

Warum ist es besonders für Leute mit Migrationshintergrund wichtig, bei den Wirtschaftskammerwahlen ihre Stimme abzugeben? 

Damit sie nicht zulassen, dass jemand anderes über sie bestimmt. Sie sind schließlich das Rückgrat unserer Wirtschaft. Wir müssen Leute engagieren und ihnen zeigen, dass sie nicht klein sind, sondern wichtig. Egal, welche Partei, geht’s wählen!

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