Wir müssen leider draußen bleiben

22. Oktober 2012

 

Wir müssen leider draußen bleiben

Wo Molti, Spotzl & Co jedes Wochende rein kommen, müssen Semih, Ali und Liridon draußen bleiben. Warum? Weil sie Ausländer sind.

Es sollte ein cooler Party-Abend werden. Die Jungs aus Oberösterreich, Semih, Ali und Liridon, haben ihre schwarzen Haare gestylt und ihre Hemden gebügelt. In Linz machen sie sich auf den Weg in den Club „Nachtwerft“.

„FSK 18 (Anm.: Freiwillige Selbstkontrolle)“, sagt der Security und versperrt den Eingang. Die jungen Männer müssen vorweisen können, dass sie 18 sind. Noch bevor Ali seinen Ausweis aus der Brieftasche gekramt hat, hat ihn der Security schon weggeschickt. „Aber andere 16-jährige Kinder hat er rein gelassen.“, ärgert sich Liridon.

Sie ziehen zum nächsten Linzer Club, dem „Imperio“, weiter. „Andere Baustelle“, schmettert ihnen der Türsteher dort entgegen. „Genauso hat er es gesagt, ich schwöre“, ärgert sich Liridon weiter. „Nicht einmal, wenn ich so eine Nerd-Brille aufsetze komm´ ich rein. Obwohl ich mich extra für´s Fortgehen schick mach´, mit Krawatte und so.“ Ali erklärt: „Nur wenn ich mit einem oder mehreren Mädels komme, lassen sie mich rein.“ „Aber auch nur, wennst a Mas´n hast.“, wirft Liridon ein, was auf Österreichisch „Glück“ bedeutet. „Und manchmal sagen sie, wir müssen uns VIP-Karten kaufen, obwohl es gar keine gibt“, schüttelt Semih den Kopf.

Es sieht so aus, als würde kein Linzer Türsteher die Jungs mit albanischen und türkischen Wurzeln an sich vorbeilassen, also fahren sie ins 80 Kilometer entfernte Vöcklabruck zur Disco „Sugarfree“. Auch dort haben sie Pech: „Ich bin auch Ausländer, ich weiß, wie das ist. Aber ich kann nix machen. Der Chef hat gesagt, dass ich keine rein lassen darf.“ Keine blonden Haare, keine Party.

Weil die Fortgehmöglichkeiten in Oberösterreich erschöpft sind, fahren die jungen Männer nach Salzburg. Am Flughafen gibt es gleich drei Clubs nebeneinander, aber in keinen dürfen sie rein. „Und für DEN Abend haben wir auf der Tankstelle 45 Euro liegen lassen“, ist Liridon empört.

 

Das sagen die Clubbetreiber zum Vorfall:

Ivan Lozic-Dole, Geschäftsführer des „Imperio“: „Bei der Auswahl unserer Gäste achten wir nicht auf die Herkunft. Manchmal haben wir aber VIP-Partys, wo nicht jeder reinkommt. Wenn wir Gästen Zutritt gewähren, die an solchen Abenden keine VIP-Tickets vorweisen, dann, weil sie Stammgäste sind. An einer näheren Stellungnahme sind wir nicht interessiert.“

Georg Aufreiter, Geschäftsführer der „Nachtwerft“: „In unserem Club herrscht keine Diskriminierung. Unter den Gästen befinden sich genauso viele ... Natürlich existieren auch bei uns Zutrittskriterien, nach dem österreichischen Hausrecht, die ich aber nicht näher erläutern muss.“

Christoph Hummelbrunner, „Sugarfree Regau“: „Nach unseren Einlasskriterien werden täglich mehrere Personen – österreichischer und nichtösterreichischer Herkunft – abgewiesen. Wir gehen davon aus, dass die betroffenen Personen aufgrund ihres Ärgers über das Nicht-Hineingelassen-Werden eine Möglichkeit suchten, sich mit solchen, aus der Luft gegriffenen, Anschuldigungen an meinen Securitymitarbeitern zu rächen!“

Von Sarah Al-Hashimi  

 

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Kommentare

 

Sollen doch froh sein, daß sie in solche Lokalitäten nicht eine kommen und in ihrer Freizeit lieber etwas Sinnvolles machen.

 

Das was die Clubbetreiber sagen ist ein Blödsinn, vonwegen das hat nichts mit der Herkunft zu tun. Ich hab erst vor 2 Wochen mit dem ehemaligen Besitzer eines bekannten Wiener Nachtclubs gesprochen, der hat mir gesagt, dass sehr wohl darauf geschaut wird woher die Burschen kommen, angeblich weil es Beschwerden von anderen Besuchern gibt und ich zitiere: "Wegen der südlichen Mentalität", die umfasst Eifersuchtsszenen und Prügeleien. Sicher gibts Solche und Solche und ich bin absolut dagegen alle in eine Topf zu schmeißen und zu sagen Schwarzköpfe haben hier keine Chance, das ist doch nicht zielführend. 

 

Hab das selbst oft genug miterlebt, in mehreren Lokalen in Wien.

Wo die Türsteher einen dann nicht reinlassen wollen weil man sich untereinander in seiner Muttersprache unterhält.

Und Begründungen hin oder her von den Betreibern - es herrscht oft genug die Wahl zwischen "Ausländer" und "Österreicher" (was auch lächerlich ist, weil der Großteil von uns ja die österreichische Staatsbürgerschaft hat).

Ich werd jedes mal grantig bei so Sachen. . man sollt doch meinen dass nicht nur "wir" Probleme verursachen könnten, sondern es genau so viel "Inländer" gibt die das auch drauf haben ..

 

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