Klassengemeinschaft durch Pandemie

Die letzten Wochen haben die meisten psychisch kaputt gemacht. Zuerst die eingeschränkten Kontakte und dann auch noch der Terroranschlag. Als ob das Virus uns nicht schon genug belasten würde. Ich habe Glück, ich lebe zusammen mit meinen Geschwistern und Eltern und habe dadurch genug Leute zum Reden. Ich weiß aber, dass das bei vielen ganz anders aussieht. Auch wenn die sozialen Netzwerke in der Kritik stehen, weil durch sie die Videos des Terroranschlages verbreitet worden sind, so sind es doch sie, die uns in Zeiten der Isolation Raum zum Sprechen bieten. Und ich denke, der Bedarf ist definitiv da. Klassengruppen (bei What’s App) sind längst nicht mehr nur für Fragen bezüglich der Schule da, wenn sie das je waren. Die Klassengruppe ist vielmehr zu einer Art Selbsthilfegruppe geworden. Jeder kann seine Ängste und Sorgen reinschreiben. Wir versuchen dann, so gut es geht, zu helfen oder wenigstens zuzuhören. Denn das ist das Mindeste, was wir für einander tun können. Wenn ich Sorgen wegen des Terroranschlages hatte, so konnte ich sie mit meiner Klasse teilen und wir haben versucht, einander Mut zu machen. Dabei war der Zusammenhalt in unserer Klasse nicht immer so gut. Erst durch die Pandemie haben wir begriffen, wie gut unsere Klassengemeinschaft ist, wie sehr uns daran gelegen ist, dass es den anderen gut geht. Ich denke, wenn irgendwann mal wieder alles normal ist, werden wir sicherlich kaum mehr persönliche Dinge in die Gruppe schreiben, denn dann sehen wir uns ja wieder. In echt.

 

 

Lena Berka ist 16 Jahre alt und besucht das Bernoulligymnasium

Lena ist 16 Jahre alt und besucht das Bernoulli-Gymnasium in Deutschland.

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