Terror in Wien: Ich kenne das Gefühl aus dem Krieg

Ich bin vor dem Krieg von Syrien nach Wien geflüchtet. Ich habe es mir gar nicht vorstellen können, dass in Wien ein Terroranschlag passieren könnte, weil Österreich doch so ein sicheres Land ist. Dasselbe, was in Wien passiert ist, habe ich jeden Tag in Syrien im Krieg erlebt. Und ich habe überlebt. Als ich erfuhr, dass es einen Terroranschlag in Wien gab, war ich die ersten paar Minuten unter Schock. Es ist traurig, aber man muss sich auch vorstellen können, dass alles, was in Wien passiert ist, jeden Tag in anderen Ländern, wie meiner Heimat Syrien, passiert. Nicht jeder hat einen Krieg erlebt wie ich. Manche Leute erfuhren das zum ersten Mal in ihrem Leben. Aber zum Glück haben wir in Wien gut ausgebildete Sicherheitsbeamte, wie die Polizei und die WEGA. Für manche ist es anders, manche haben Angst, weil sie so eine Situation noch nie erlebt haben und manche haben keine Angst, weil sie schon öfters so eine Situation erlebt haben. Nach diesem Anschlag fühlten sich manche Leute nicht mehr in Sicherheit in Wien. Zwei Tage nach dem Attentat in Wien hatten viele Menschen Angst rauszugehen. Wenn es unbedingt notwendig war rauszugehen, sind die Leute unter Stress und Panik rausgegangen. Als ich auf dem Weg zur Schule war, am zweiten Tag nach dem Anschlag, habe ich viele Leute gesehen, die in jede Ecke geschaut haben, ob da eine Gefahr lauert. Dieses Gefühl kenne ich leider sehr gut.

 

 

 

Shiear Amir ist 14 Jahre alt und besucht die NMS Hans Radl in Währing.

Shiear ist 14 Jahre alt und besucht die Hans Radl Schule in Wien.

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