Vegane Challenge mit dem „Roggen+Hafer Vollkornbrot“

Ich, als sehr offener, abenteuerlustiger Mensch hatte spontan entschieden, mich zwei Wochen vegan zu ernähren. Nein, ich folge keinen Trends, ich folge meinem Interesse – wie schwer gestaltet sich die vegane Lebensmittelsuche wirklich? Bei meinen Einkäufen wollte ich jedoch nicht auf kleine, versteckte, ausgewählte vegane Supermärkte zurückgreifen, sondern besuchte allseits bekannte Supermarktketten. Im Folgenden eine Auswahl an Momenten meiner zweiwöchigen Challenge:

Fangen wir mit dem (Un)Wichtigsten an: Schokolade. Obwohl ich mich als ernährungsbewusst beschreiben würde, möchte ich Schokolade nicht missen. Vegane Schokolade schien aber so viel teurer als nicht-vegane Schokolade zu sein, dass ich entschied, komplett darauf zu verzichten – fast: Abhilfe schuf mir ein veganer Kokos-Schokoriegel. Auch gut.

Brot. Selbst ein Kinofilm wurde nach diesem Lebensmittel benannt, das auch wirklich eine wichtige Rolle – zumindest in meinem Leben – spielt. Ein Blick auf die Zutatenliste von Brot sagte … gar nichts. Auf jeden Fall gestaltete sich diese komplizierter als die von Nussmus, auf dem sogar „von Natur aus vegan“ zu lesen war, obwohl ich davon ausging, das wäre klar. Jedoch ließ sich in mehreren unterschiedlichen Supermarktketten kaum ein mit „vegan“ gekennzeichnetes Brot finden. Also fragte ich Frau I. im Supermarkt meines Vertrauens, ob das „Roggen+Hafer Vollkornbrot“ in meiner Hand denn vegan sei. Sie schaute auf die Verpackung, wurde daraus aber auch nicht klüger als ich. Die Zutaten klangen nach vegan, aber man kann sich ja nie sicher sein.

Vegan oder nicht?
Vegan oder nicht?

Statt der weltbekannten allwissenden Suchmaschine mit G fragte ich eine vegane Bekannte nach veganem Brot. Ihre Antwort: „Eigentlich ist fast jedes Brot vegan.“ Okay, Frau I. also umsonst aufgehalten. Ich kaufte das „Roggen+Hafer Vollkornbrot“, dessen Geschmack an Pumpernickel erinnert, und aß es ohne schlechtes Gewissen.

Käse. Obwohl ich schon vor den zwei Wochen fast kaum mehr Käse gegessen hatte, war mein Gusta nach Käse dann doch größer als erwartet. Auf Instagram hatte ich Käse aus Cashewnüssen gesehen: Den muss es im Supermarkt geben, war ich mir sicher. Fehlanzeige. Okay, ich gebe zu, es gab Cashew-Käse, aber beim Anblick des Preisschilds weinte mein Geldbörserl – sonst keine Alternativen. Dann eben Aufstriche. Grünkern, Gemüse, Walnuss-Bohne. Klingt gut? Schmeckt gut.

Ja, hier mag alles so schön unkompliziert klingen – aber ich hatte auch schwierige Momente. Ich musste mit ansehen, wie sich Personen meines Haushalts vor meinen Augen eine Topfengolatsche genüsslich in den Mund schoben. Jammern sollte man ja nicht, ich tat es dann trotzdem. „Selbst schuld. Du wolltest doch „vegan“ machen.“ Der Vater zeigte mehr Mitgefühl: „Oje …“

Ich zog die zwei Wochen trotzdem durch und nichtsdestotrotz bin ich stolz auf mich. Auch auf Frau I. Sie hat sich zumindest bemüht.

Fazit: Man lernt neue Lebensmittel kennen, wird kreativ, isst teils klimaneutraler und fühlt sich gesünder.

Zu außergewöhnlichen Zutatenlisten und Kennzeichnungen fragen Sie Suchmaschine G oder Frau I. – oder am besten vegane Bekannte (zu denen ich mich übrigens nach den zwei Wochen (noch) nicht zählen kann).

Gloria ist 19 Jahre alt und beginnt im Herbst mit ihrem Studium in Wien.

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