Wie Migrantenfamilien ticken & was wir daraus lernen sollten

Das ist etwas, worüber ich schon lange nachgedacht habe, weil es mich seit jeher betrifft; so wie viele andere auch.

Ich in dem Fall habe eine russische & eine vorarlberger Familie, teilweise sehr gegensätzlich; die Vorarlberger sind sehr bodenständig & praktisch-pragmatisch, dafür machen sie aber gerne einen Umweg um die für sie ungewöhnlichen Dinge & sehen dabei etwas auf sie herab. Die Russen aber versuchen sich mit allem so wenig wie möglich zu stressen & dabei den größten Spaß für sich herauszubekommen.

Bei solchen Familiensituationen fallen einem Muster auf, die so ziemlich jeder mit ähnlichem Migrationshintergrund in der Familie kennt. Nicht alle gleich schön. Doch auch wenn manche Dinge schlichtweg beschissen sind, gehören sie dann eben zum Aufwachsen dazu; & schaffen auch Verbundenheit, was als Halt wichtig ist, denn man fühlt sich nicht zu Unrecht oft als Vermittler zwischen 2 Kulturen, 2 Familien, die vielleicht sogar gegeneinander schlecht voreingenommen sind, während man von beiden ein Kind ist & dabei bei den noch so blödsten Problemen helfen soll.

Aufwachsen zwischen zwei Welten.
Aufwachsen zwischen zwei Welten.

Deine Großeltern erreichen deine Eltern nicht & versuchen durchgehend über dich an sie ranzukommen, du musst dich über & zwischen irgendwelchen Konflikten innerhalb der Familie bewegen. Man ist auf beiden Seiten der Informant über die jeweils anderen, nur nicht bei den eigenen Eltern. Die tun am liebsten so als wäre man nicht auch Teil von der jeweils anderen Gruppe. Leute ohne solchen Hintergrund scheinen oft ahnungslos über diese & andere Dinge, die mit sowas kommen, & für die sind sie oft auch sehr schwer zu verstehen.

Manche dachten sogar, dass es doch gut wäre, einfach eine Seite zu leugnen & sich davon abzuwenden; das sei doch feiner. Ich habe schon erlebt, dass das manche Leute in dieser Situation schon getan haben. Doch für mich kommt dieses „Aufgeben“, blank gesagt, nicht in Frage & das sollte es auch nicht, denn; ich will mir nichts vormachen, was nicht so ist. Wenn man etwas leugnet, ändert das nichts daran, dass es da ist, man verbannt es nur nach dem Prinzip „Aus den Augen; Aus dem Sinn“. Doch solange man das macht, lernt man nie damit klarzukommen, dabei ist das einzige was man machen muss, damit es schön ist, eben lernen darauf klarzukommen.

Das ist ein gutes Beispiel, aber es ist etwas, was generell wichtig ist. Viel zu viele Leute leugnen Dinge, anstatt sie anzuerkennen & etwas dazu zu tun, weil sie unangenehm sind. Doch das ändert nichts daran, wie fein sie sind, sondern man schiebt sie aus den Augen, wo man nichts mehr verbessern kann & es so bleibt, wie es ist. Wenn wir lernen, den Dingen ins Auge zu sehen, vor allem wenn sie kompliziert sind, & entweder lernen darauf klarzukommen oder etwas daran zu verändern, dann würde das uns enorm helfen. Bei jedem Thema. Ich bin froh um meine 2 Seiten & lebe sie gerne auch so gut es geht aus, & das freut mich. Ich hoffe euch geht es auch so.

Alexej ist 16 Jahre alt und besucht das Gymnasium in der Maroltingergasse in Ottakring.

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