3 Minuten mit Justin Bunyaj

23. Februar 2023

Auf TikTok bekommt er hunderttausende Likes für Videos, in denen er einen merkwürdigen Zivilpolizisten namens „Crazy Joe“ spielt – doch im echten Leben geht der 17-jährige Justin Bunyaj noch zur Schule. Der Wiener mit nigerianischen Wurzeln im Gespräch über Comedy und Cannabis-Politik.

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©Atila Vadoc

 

Interview: Layla Ahmed, Foto: Atila Vadoc

 

BIBER: Justin, du machst auf TikTok Comedy-Content, indem du in verschiedene Charaktere schlüpfst. Woher kam die Idee?

 

Justin Bunyaj: Es gibt ja diese typischen amerikanischen Highschool-Filme und diese peinlichen Synchronstimmen. Meine Freunde und ich haben einfach eine Parodie davon gemacht. 

 

Wieso heißt du auf TikTok justin_gym?

 

Früher habe ich Fitness-Videos gedreht, die haben immer 5000 bis 10 000 Klicks bekommen. Dann habe ich circa vor einem Jahr zum Spaß ein Comedy-Video hochgeladen. Ich bin in der Nacht schlafen gegangen und am nächsten Tag hatte das Video eine Million Aufrufe. Dem Account-Namen bin ich aber treu geblieben.

 

Dein beliebtestes Format ist der Zivilcop. Du hast die Figur „Crazy Joe“ erfunden, der sich als ein jugendlicher Kiffer ausgibt, einen eigenartigen Jugendslang spricht und sich Wörter wie „der Haschisch-King“ ausdenkt. Mit dieser Tarnung will er junge Menschen beim illegalen Cannabiskonsum erwischen. Was hat dich zum Videoformat mit dem Zivilpolizisten inspiriert?

 

Jeder kennt die restriktive Cannabis-Politik in Österreich. Die älteren Leute halten Marihuana für den Teufel. Und mit diesen Zivilpolizisten-Videos will ich es auf eine sarkastische Art präsentieren und auch Leute zum Nachdenken anregen.

 

Du hast mehrere Sketches, wie etwa die „D-Max-Dokus“ oder „Der Freund, der auf Ausländer tut“, die immer wieder vorkommen. Warum kommt „Crazy Joe“, der Zivilpolizist, am besten an?

 

Ich denke, weil es ein aktuelles Thema anspricht. Viele Jugendliche haben was mit dem Thema zu tun und finden diese Gesetze auch ziemlich rückschrittlich. Ebenfalls finden etliche diesen Dialekt interessant. Das gibt es eigentlich nicht so auf TikTok. Dieser typische Wiener Dialekt, der nochmal richtig übertrieben dargestellt wird, kommt gut an bei den Leuten. Ich war schon immer so ein Typ, der Bock hatte auf kreative Videos, und mir ist immer etwas in die Richtung wie „Crazy Joe“ eingefallen.

 

Hörst du oft, dass du Synchronsprecher werden könntest?

 

Ich habe es bis jetzt noch nicht in Erwägung gezogen. Ich sehe mich viel mehr in der Schauspielerei und in der Produktion. Ich denke, als Side-Job einmal Synchronsprecher zu sein, wäre richtig witzig. 

 

 

 

Wer ist er? Justin Bunyaj 

Alter: 17

TikTok: justin_gym

Fun Fact:  Hat einen Zweitnamen, von dem nur wenige wissen: Uzochukwu, was auf Igbo (die Sprache wird in Nigeria gesprochen) „Gott ist mit dir“ bedeutet.

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