Hundeproblem in Mazedonien endet für einen 4-Jährigen tödlich

23. März 2017

Die Anzahl der Straßenhunde in vielen Teilen Mazedoniens steigt immer weiter an. Einige dieser Hunde attackieren momentan immer häufiger Menschen und Tiere. Im Heimatdorf meiner Eltern wurde in der letzten Woche ein 4-jähriger Junge von streunenden Hunden getötet. Kurz darauf wurde dort auch eine 57-jährige Dame von den aggressiven Tieren angegriffen. Die Einwohner sind fassungslos und wollen endlich Lösungen für die Hundeprobleme im Land.

 

Hunde zerfleischen 4-Jährigen

Im albanisch-mazedonischen Heimatdorf meiner Eltern passierte in der letzten Woche eine unfassbare Tragödie, die das ganze Land und vor allem die Dorfbewohner zutiefst erschütterte. Ungefähr zehn Straßenhunde griffen einen 4-jährigen Jungen an. Er wurde an Kopf, Brust, Händen und Bauch verwundet und starb an seinen Verletzungen.

Ein Verwandter des Jungen sprach gestern mit den mazedonischen Nachrichten über die Einzelheiten dieses Horror-Ereignisses. Der Mann erzählte, dass der kleine Junge zu seinem Vater wollte, welcher sich nur einige Häuser weiter befand. Bevor er dort ankam, spielte er noch mit den Schäferhunden eines Verwandten, die er gut kannte. Plötzlich liefen ungefähr zehn Straßenhunde in die Richtung des 4-Jährigen und zerfleischten ihn. Die Dorfbewohner, die die Attacke sahen, verscheuchten die wütenden Tiere so schnell wie sie nur konnten. Der kleine Junge hatte aber schon gravierende Verletzungen am Körper und wurde in ein Krankenhaus der Hauptstadt Skopje gefahren. Doch auch das konnte ihn leider nicht retten. Nun trauert das ganze Dorf um ihn und versucht seine Familie mit allen Mitteln zu unterstützen.

Kurz nach dem Vorfall wurde dann auch eine 57-jährige Frau von streunenden Hunden angegriffen. Sie kam zum Glück mit einer Handverletzung davon. Ärzte untersuchen nun ihre Wunde und wollen herausfinden, ob die Hunde krank sind und sich deshalb so aggressiv verhalten. Die Einwohner sind geschockt und gleichzeitig verwirrt. Seit Ewigkeiten wandern die Straßenhunde schon durch ihre Städte und Dörfer, dennoch waren derartige Attacken eine absolute Seltenheit.

 

Welpen werden seit Jahren mit Autos in andere Städte und Dörfer gefahren und dort ausgesetzt.“

Einer der ältesten Dorfbewohner erklärte in den mazedonischen Medien, dass die Probleme mit den Straßenhunden momentan schlimmer sind als je zuvor. Er meint, dass er auch die Gründe kennt. Er erzählte, dass Menschen aus den Nachbarregionen seit vielen Jahren Autos voller Welpen in andere Städte/Dörfer fahren und die Tiere dort aussetzen. Auf diese Weise sollen ihre eigenen Städte und Dörfer sauber bleiben.

Das soll, laut ihm, auch der Fall in seinem Dorf und der nahegelegenen Stadt im Westen Mazedoniens sein. Er geht davon aus, dass sich derzeit wahrscheinlich um die 50 Straßenhunde im Dorf befinden. In der Stadt sind es sicherlich weitaus mehr. Natürlich sind nicht alle gefährlich, aber je mehr, desto weniger Nahrung für den Einzelnen und das sorgt eben für die Probleme. Die Hunde der Straße sind am Verhungern. Einige werden deswegen aggressiv, zerstören die Zäune und greifen auch Hühner und Schafe an. In diesem Jahr gab es in der Stadt schon 12 Hunde-Attacken gegen Menschen. In seinem Dorf sind es 5. Viele Eltern haben jetzt Angst ihre Kinder alleine in die Schulen zu schicken.

 

Viele Lösungen, fehlendes Geld

Die Menschen wollen Hilfe und endlich eine Lösung für die Probleme mit den Streunerhunden. Seit dem Tod des kleinen Jungen gibt es heftige Diskussionen über die Zukunft der Hunde im Land. Es wird über Massenkastrationen, verpflichtende Impfungen, Maulkörbe und spezielle Tierheime gesprochen. Die Polizei der Stadt Ohrid plant zusätzlich, dass jeder Hund, der bei Menschen lebt, sofort registriert werden muss. Wer es nicht tut, soll mit einer Anzeige rechnen.

Die Beschwerden der Einwohner über die Hunde wurden jahrelang ignoriert. „Das Geld reicht dafür nicht aus, wir haben andere Probleme“, hieß es oft. Die Leute verlangen nun eine Veränderung, damit das, was dem kleinen Jungen passiert ist, nie wieder passieren kann. Was in vielen anderen Ländern schon lange zur Norm gehört, soll hier nun endlich auch eingeführt werden. Wie das alles in einem eher ärmeren Land wie Mazedonien finanziert werden soll, wurde nicht geklärt. Darüber wird eben auch noch diskutiert. 

 

 

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