Stress dich nicht!

05. Februar 2016
First-World-Problem Nummer 1: Stress. Wir müssen immer noch etwas erreichen, noch eine Hürde überwinden, uns noch mehr anstrengen. Das fängt bei Schulkindern an, die nach der Englisch-Nachhilfe zum Volleyball und danach noch zur Geigestunde hetzen, und hört bei Burnouts am Arbeitsplatz auf. 
 
Ist so viel Stress jedoch notwenig und unvermeidbar? Haben wir Stress, weil wir so viel zu tun haben, oder haben wir so viel zu tun, weil wir uns stressen? 
Ich denke, dass wir den ständigen Stress, den wir verspüren, uns selbst zuzuschreiben haben, zumindest zu einem Teil. 
 
 
Um einem Ideal, geschaffen von uns selbst oder von unserem Umfeld, gerecht zu werden, setzen wir uns selbst unter Druck, bewusst oder unbewusst. 
Als Ergebnis dessen, dass wir tausend Dinge gleichzeitig so gut wie möglich machen wollen, reden wir uns Schuldgefühle ein, wenn wir mal keine Lust haben, zu funktionieren und glauben, die Welt geht unter, wenn wir mal etwas nicht perfekt machen. 
 
Mit anderen Worten: Wir werden verbissen, sind permanent gereizt und müde und haben nie Zeit für Dinge, die uns Spaß machen. 
 
Das Maß der Dinge 
 
Am schlimmsten finde ich es, wenn ich eigentlich gerade recht zufrieden mit mir selbst bin und dann von jemandem, der meist nur die besten Absichten hat, zu hören bekomme, dass schon wieder etwas nicht passt. Dabei ist es doch so, dass wir selbst ganz genau wissen, wann genug ist, und was wir in welchem Tempo tun oder lassen sollen, nicht die Eltern, Freunde oder Nachbarn. Es geht um uns und unser Leben, und darüber entscheiden nur wir allein.
 
 
Ist doch egal, ob du dein Studium in Mindestzeit abgeschlossen hast oder noch drei Semester drangehängt hast. Prüfungen kann man immer wiederholen, wenn sie daneben gehen, aber wenn du stattdessen ständig die Zeit verschiebst, die du dir für dich selbst nehmen solltest, werden dich auf Dauer die super Prüfungsergebnisse auch nicht glücklich machen. Eine Party, ein dreistündiger Nap oder ein Netflix-Abend hin und wieder aber sehr wohl, and you know it!
 
Don't forget to live
 
Versteht mich nicht falsch, ich will damit nicht sagen, dass wir ab jetzt am besten alle die meiste Zeit am Sofa verbringen sollen, statt zu lernen oder arbeiten, und erwarten, dass es plötzlich im Wohnzimmer Erfolg und Geld regnet, und uns über unser Leben beschweren, wenn dem nicht so ist. Natürlich muss man sich Erfolg erarbeiten!
 
Ein Ziel zu haben, worauf man hinarbeitet, um sich selbst zu verwirklichen, ist immens wichtig, um zufrieden mit sich selbst zu sein, nicht umsonst steht dieser Punkt ganz oben in der Bedürfnispyramide. Aber wir dürfen nicht vor lauter Selbstverwirklichung vergessen, das Leben zu genießen. 
 
 

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