Der afghanische Bruce Lee

04. März 2015

Er vollführt Spagate in der Luft, wirbelt mit den Nunchaks und zeigt die Todeskralle. Lernen Sie Bruce Hazara, den afghanischen „Bruce Lee“, kennen!

Von Tanya Kayhan. Fotos: Bereitgestellt.

Der afghanische Bruce Lee
Ahmed Zia Alizada
Wenn man an die Heimatstadt von Bruce Hazara denkt, hat man nur negative Bilder im Kopf. Bombenanschläge, Drohnenangriffe, radikale Taliban. Kabul ist die Hauptstadt Afghanistans und Geburtsort des 21-jährigen Martial-Arts-Anhängers, der seinem Idol und verstorbenen Ikone Bruce Lee zum verwechseln ähnlich sieht.

Posen vor Ruinen

„Bruce Lee ist das Idol jedes Kämpfers. Ich werde niemals besser werden als er, aber ich werde sein bester Doppelgänger“, tönt Alizada selbstbewusst und demütig zugleich. Als siebenjähriger Knirps sah er das erste Mal „Enter the Dragon“ und wusste sofort, er möchte so wie sein Idol den Bösewichten den Garaus machen. Mit 16 musste der afghanische Bruce Lee mit Kung Fu aufhören, weil er nicht genug Geld für das Training aufbringen konnte. Er verlagerte die Turnmatte vor das Fernsehgerät und lernte die Kampfmoves aus berühmten Filmen der Kung-Fu-Legende.

Letztes Jahr kam der Durchbruch. Bruce Hazara wurde mit akrobatischen Fotos vor den Trümmern des Darul-Aman-Palastes in Kabul einem größeren Publikum bekannt. Auf die Frage, warum er die Kampfposen vor Kriegsruinen vollführte, antwortete der 21-Jährige: „Einerseits liegt der Palast in der Nähe von meinem Zuhause und zweitens wollte ich den Skeptikern zeigen, dass ich tatsächlich aus Afghanistan komme.“ Hazara ist nicht nur Teil seines Spitznamens, sondern auch ein Hinweis auf die Ethnie, der der afghanische Bruce Lee angehört.

Edelfan Jackie Chan
CNN, BBC, The Guardian, Al-Jazeera sind nur die bekanntesten der über 200 Medien, die schon über Hazara berichtet haben. Selbst Jackie Chan meldete sich per Mail und bot ihm Unterstützung bei der Umsetzung seines großen Traumes: Einmal auf Hollywoods Leinwänden „Bum Chak Bum“ machen!
Der plötzliche Ruhm hat auch seine Schattenseiten. Die Taliban bedrohte Hazara, die afghanische Direktion für Leibeserziehung und Sport verweigerte ihm die Mitgliedschaft im Verband. Das hindert den Kung-Fu-Kämpfer vom Hindukusch nicht daran weiterzumachen. So wie sein Idol trotzt er allen Widerständen und möchte mit der Unterstützung seiner Fans und seiner Familie weitermachen. Bruce Lee wäre garantiert stolz auf seinen Schützling.

 

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