Jugo-Special mit scharf - "Beograde, volim te*!"

01. Oktober 2009

Von Ivana Cucujkić und Christian Maričić
*Ich liebe Dich

Balkan-Beauties an der Bar, Trompeten im Ohr, „wild east“ auf der Straße, Kussgarantie an der Donau.  Bitte schön: Der große biber-Belgrad-Check.

Erinnerung an den letzten Besuch: Stylische Menschen in vollen Cafés, zerbombte Gebäude. Eindruck bei der Rückkehr: Stylische Menschen in vollen Cafés, stylische Gebäude. Die futuristischen Bürotürme und das neu errichtete, größte Kaufhaus am Balkan namens „Ušće“ lassen keinen Zweifel aufkommen: Die weisse Stadt (das heisst Beograd auf Deutsch) boomt. Und sie dröhnt. Auf der Knez Mihajlova, die der Wiener Kärntner Straße ähnelt, schmettern uns die Hits des letzten Guča-Trompetenfestivals aus den unzähligen Kioskständen entgegen. Tipp: CD und DVD gleich mitnehmen.

 

Die Fleisch-Kur
Fett ist nicht nur der Trompeten-Sound, sondern auch das Essen. Und das soll auch so sein! Wenn das Pljeskavica-Fett nicht durchs Papierl trieft, dann stimmt was mit der Zubereitung nicht. Das Pljeskavica, verbreitet wie die Käsekrainer in Wien. Zu Bestellen natirlich „mit alles“: Kajmak, Ajvar, Zwiebeln, Kraut, Tomaten, erhältlich 24 Stunden pro Tag. Dass die Verkäufer mit Sprüchen wie - „Na, ausgesucht oder was?!“ – ihre Arroganz gerne mitservieren, haben wir nicht persönlich genommen. Die biber-Redaktion hat sich dieser strengen Fleisch-Kur unterzogen, und siehe da – keine Zusatzlöcher im Gürtel, keine Rockzipp-Pannen. Eine Pasta-Kur in Grado ist gefährlicher für die Linie.


Chillen & gut aussehen

Wie könnten sonst auch so viele „Balkan-Beauties” mit Modellfigur herum-heelen – der Begriff Balkan-Beauty“ wurde vermutlich in Belgrad erfunden. Ein biber-Redakteur, der Feigling will namentlich nicht erwähnt werden, im O-Ton: „Ich pack mein Leben nicht. Überall nackte Beine und schönen Gesichter.“ Das Styling ist minutiös zusammengestellt, das Outfit für den Vormittag wäre in Wien schon mehr als Clubbing-tauglich. Die Belgraderinnen sehen nicht nur gerne gut aus, sie lieben es, stundenlang in Cafés zu sitzen, an ihrem kalten Nescafé zu schlürfen und Leute zu beobachten. Wir haben es versucht, schafften es aber nie länger als eineinhalb Stunden. Haben diese Leute ewig Zeit, oder sind wir einfach schon zu verösterreichert?

I love splav

Die Korken knallen fast überall in der Stadt. Ein Charakteristikum der Belgrader Club-Kultur sind die Splavovi am Ufer von Save und Donau - zu Deutsch bedeutet Splavovi so viel wie schwimmende Hütten. Vom rustikalen urserbischen Restaurant bis zur Openair-Disco mit Lasershow schwimmt dort alles herum. Wir haben uns auf Anraten unseres Fotografen auf den Splav der Zigo-Kombo „black pantersi“ gewagt. Fazit: Drei Tage Kopfweh!

Teurer Lifestyle

Eines sei dazu gesagt: das sexy Party-Business-City-Image trügt. Das durchschnittliche Monatsgehalt beträgt rund 300 Euro. „Die tollen Clubs, die Frauen, du siehst dich an all dem satt. Dieser Lifestyle ist für die meisten nicht leistbar. Sie sparen und machen dann mächtig einen drauf,“ ätzt ein Passant. Aber immerhin: Das Flair von Unbekümmertheit und Dolce Vita hält für ein verlängertes Wochenende, was reicht, um  die Stadt in seiner vollen Intensität zu erleben. Am Ende ist man aber doch froh, Belgrad als Party-Tourist zu verlassen und in ein Wien mit ganz vielen Verkehrsschildern zurück zu kehren. biber-Tipp für Belgrad: Vermeide, selbst Autozufahren, wenn du österreichische Straßen gewohnt bist. Vergesst Schilder, Blinker, Vorrangregeln, nada. Der erste hat Vorrang! Ob man über vier volle Linien fährt und auf dem Gehsteig parkt, interessiert niemanden. Die Taxis sind zwar runtergekommen aber dafür billig (eine Fahrt zum Zentrum kostet um die fünf Euro). Und es ist faszinierend, wie die Taxifahrer fluchen können: „Das ist kein Land, das ist ein Dschungel. Besser, ich arbeite mit Affen in Afrika als hier! Ajde, viel Spass hier noch!“ Wir hatten ihn und kommen sicher wieder.

Österreichisch-serbische Beziehungen: WIEN grüßt BELGRAD!

 

Evergreens: Yu-Grupa und die Beatles

 

Von zuhause mitgebrachte Kukuruz: Gekocht oder gegrillt um 80 Dinar (weniger als 1 Euro). In Wien wäre die Gesundheitspolizei längst zur Stelle.



KALEMEGDAN:
Oberhalb der Mündung der Save in die Donau liegt die Parkanlage der ehemaligen Festung von Belgrad. Der Name bildet sich aus dem Türkischen: kale = Festung, megnad = Feld und diente als militärischer Hautstützpunkt Belgrads gegen die Osmanen. Ideal zum Flanieren. Sehenswertes: Das Militärmuseum ( siehe Foto)

Der „Pobednik“ (Sieger) in adrettem Profil. Die Statue ist nach dem 1. Weltkrieg errichtet und sollte ursprünglich an die Befreiung „Altserbiens“ von den Türken im Ersten Balkankrieg erinnern. Seine Ästhetik sorgte jedoch dermaßen für Aufregung, dass sie erst 1928 zum Jubiläum des Sieges über Österreich-Ungarn eingeweiht wurde.

SKADARLIJA:
Wien hat Grinzing, Belgrad hat Skadarlija. Das einmalig malerische, mit Pflastersteinen versehene Künstlerviertel lädt zum Verweilen in einem der vielen Kafanas (Beisln) mit Life-Tamburica-Untermahlung. Legendär sind unter anderem Restaurants wir „dva bela goluba“ (zwei weiße Tauben), „zlatni bokal“ (goldener Krug) oder „tri šešira“ (drei Hüte).

Stafetten für Tito: Der Geburtstag des jugoslawischen Staats- und Parteichefs am 25. Mai wurde mit landesweiten Staffelläufen gefeiert, an denen Hunderttausende jugendliche Jugoslawen teilnahmen. Beendet wurden die Läufe mit der Übergabe der Stafetten an den Marshall.


Kirche zum Heiligen Save (Hram Svetog Save): Es ist die größte aktive orthodoxe Kathedrale der Welt und dem Begründer der serbisch orthodoxen Kirche, dem Heiligen Sava, gewidmet. Als Vorbild für den Baustil diente die Hagia Sophia in Istanbul.

Mehr Bilder über die wunderschöne Stadt an der Save siehst du in der aktuellen Ausgabe des biber. Außerdem checkst du dir die geilen Tipps, die biber-Chefica Ivana Cucujkic für Euch heraus gefunden hat. Darunter:
"Wo kannst du wohnen?
Wie kannst du gut nach Belgrad reisen?
Wo kannst du gut essen?
Wo kannst du fortgehen? Natürlich!"

Infolinks:

www.beograd.rs
www.tob.co.rs

Bereich: 

Kommentare

 

...es heißt noch immer Knez Mihailova... Und ohne J... Immerhin hieß er Knez Mihailo :P Bruka :D

 

Der Kalagmegdan war eine türkische Festung.

Nie diente der Kalagmegdan zur verteiligung gegen die türken.

Immer haben sich die Türken was zur osmanischen Zeit einfach nur Moslem bedeutete also Husejnovics, Izetbegovics, Hasangagics e.t.c in der Festung vor den Serben versteckt.

Nie umgekehrt.

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Kalemegdan

Lesen, danach entschuldigen, weil du blind drauf los geschrieben hast, ohne dich vorher zu informieren (Wie der Verfasser des Hauptartikels hier).

Ach, ja ...

Wo ist eig. Tašmajdan?
Wo ist die Erwähnung von Košutnjak?
Wo... Slavija, Trg Republike, Obilićev Venac, Arena, Novi BG, Blokovi, Crkva Svetog Marka, Beograđanka, Terazije, Zemun, Marakana, Istočna i zapadna Kapija, Ušće, Novo Groblje, ...

Где сте ви уопште били??

 

was ist an meinem Kommentar falsch.

Eine Belgrader Festung gab es auch vor den türken.

Allerdings war es nicht der Kalagmegdan.

 

hätte Ivana einen 150 Seite Reiseführer über Belgrad schreiben sollen.

da gibt es sowas wie: "wie viele Zeichensätze hat der Redakteur Platz"

Ich mein ok, die beatles CD und die Kukuruzverkäufer interessieren auch niemanden und schon gar nicht die Müllabfuhrwägen, auch nicht der kaputte Neo-Schriftzug und das Mc Donald Logo kenn ich aus Wien auch.

 

bitte nix gegen kukuruzverkäufer

balkanflavour at its best :)

 

ja nix für ungut für den Kukuruzverkäufer, aber da hat Jelena schon mal einen geileren Beitrag über Belgrad gebracht.

http://www.dasbiber.at/content/belgrad-aus-erster-hand

 

.

hab nun den Bericht von Jeca kurz überflogen. Ist tatsächlich besser.

Mir kommt der Bericht da oben von - wem auch immer - einfach so... ka .... gekünstelt vor... Als hätte sie denn unbedingt schreiben MÜSSEN (nicht wollen).

Schade, dass ihr so viele Seiten im Biber für diesen Bericht und paar pseudo-großstadt-fotos verschwendet habt...

Aber ist ja euere Sache.

 

....das sie an der selben Stelle war und dem selben Zweck gediehnt hat... Die Festung die dort stand diehnte der Verteidigung gegen die Osmanen. Dass sie später umbenannt, umgebaut, neugebaut, wieder umbenannt und neugebaut wurde, ändert nix daran dass Kalemegdan zu dieser Zeit unter einem anderen Namen der Verteidigung gegen die Tirkn gediehnt hat.

 

Dobro.

Eigentlich sagt auch keiner der Stefansdom sei seit im 8 Jahrhundert gebaut worden obwohl der jetzige Dom auf dem Gebiet einer kleinen romanischen Kirche steht.

Der Bericht ist voll fad ich teile die Kritik.

 

verstehe die kritik nicht ganz. ich fand artikel super.

wenn ich nen touristenguide will schau ich mir wolkenlos auf fox an.

 

...weil du eben noch nie in Belgrad warst....

Der Bericht ist weder gut, noch informiert er richtig, und wenn jemand nichts über BG weiß, wird der Bericht auch schwer Interesser für diese Stadt schaffen...

Da fehlt zu viel.... Das ist ein Schickimiki-Artikel der Nichts mit BG zu tun hat... egal... Viel konnte man sich ja eh nicht erwarten.

 

irgendwie komm ich mir dumm vor dir jetzt zu sagen das ich schon sehr oft in belgrad war, aber bitte...

 

... dann versteh ich nicht wie du diesen bericht gut finden kannst?! hm hm... was heißt, du warst oft in bg? ich mein... das ist relativ?! :P

 

ich fand den artikel ja jetzt nicht unglaublich gut. hätte mir auch a bisl mehr tiefe gewünscht. ich find nur die kritik an den bildern nicht gerechtfertigt.

es ist ne geschmackssache

ich mag solche schmunzelbilder.

 
 

ok ich find zb solche panorama visitenkarten fotos fad

 

stimmt diese Postkarten Motive sind genauso fade Bildmotive wie das McDonald logo.
Keine Stimmung im Bild, keine spannende Situation wird im Bild festgehalten die Lust auf verreisen machen - eher lustlose, depressive Stimmung im Bild.

Wenn man einen Reisebericht macht über eine Stadt - wen interessiert der Müllabfuhrwagen? Oder fahre ich nach Spanien, Madrid und Barcelona, weil ich die Müllabfuhr dort so äußerst spannend finde.

Also bei den Bildern fährt keiner nach BG - aber nach BG wird lange Zeit keiner mehr fahren und schon gar keine frazösischen Staatsbürger, ob mit oder ohne Bildern.

 

Hm

Schade eig. weil belgrad wohl die einzige balkan metropole nördl der griech grenze ist.

 

langweiliger und oberflächlicher als die anderen fotos, bei nacht und aus einer bestimmten entfernung sieht so manches super aus...

 

Mir fällt grad auf, dass nichts, aber auch garnichts, über die silikonska dolina da steht? Das nächste mal ivana schau ins 'supermarket' hinein. Killerlokal, bombe einfach! Sowas hab ich nicht in wien gesehn!

 

Bericht ist in Ordnung, sicher gibt immer was zu meckern. Wenn jemand was besseres erzählen kann dann soll es. Ich würde nur empfehlen dass man sich für B viel Zeit nimmt weil es wirklich viel zu sehen gibt. Mein Vorschlag für Nachtleben ist das man immer kleinere Clubs besuchen soll, man kommt viel schneller in Kontakt mit Menschen und das ist was B ausmacht, einfache und freundliche Menschen.

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