Sissi arabesk

06. Dezember 2019

Turban statt Krönchen. Ramtamtam… Im Dreivierteltakt nehmen die Wiener Schwung für die Ball-Saison. biber hat Sissis Outfit fürs Tanzparkett neu interpretiert. Franz hätt’ das sicher fesch gefunden.

Text&Produktion: Ivana Cucujkic-Panić, Fotos: Julie Brass, Model: Taibeh Ahmadi/ Wiener Models, Styling: Mirza Sprecakovic , Make-up & Haare: Julia Marinics 

ANTM, Taibeh, Fashion, Fotostrecke, Ball, Walzer

 

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Der Debütantinnen-Traum in modernem Blassrosa

Kleid: Bugaric 520 €

Mantel: M Missoni 352 €

Kette: H&M 24,99 €

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Derwisch im Dreivierteltakt

Kleid: H&M 29,99 €

Rock: H&M 39,90 €

Leggings: H&M 9,99€

Kette: Lanvin, Stylist's own

Boots: United Nude Vienna 339 €

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Das Tüllkleid für moderne Prinzessinnen

Body: H&M 24,99 €

Kleid: BUgaric P.a.A.

Schuhe: United Nude Vienna 265 €

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Aber, Franz! So lang hast du doch gar nicht warten müssen...
Body: Diesel 90 €

Korsett: Dritan 180 €

Rock: Bugaric 220 €

Turban: Tribbe Hats by Blanka 200 €

Ohrringe: H&M 9,99 €

 

"Kartoffelsalat verstehe ich nicht!" - ANTM-Gewinnerin Taibeh Ahmadi im Interview

von Ivana Cucujkic-Panic

Ehrlich, anständig, von reinlichem Charakter – das bedeutet ,Taibeh‘ auf Arabisch. Einen treffenderen Namen hätten die Eltern der Gewinnerin von Austria’s Next Topmodel 2019 nicht geben können. Das biber trifft beim Foto-Shooting auf eine schüchterne, sehr zurückhaltende 23-Jährige, die ihre Worte aufrichtig wählt und nur zögerlich ausspricht. Dabei wollen wir nur ein Interview mit dem Model-Shootingstar Österreichs führen. Mehr über sie erfahren. Ihre Hobbies, Persönliches. Was Journalisten eben so fragen.

Doch genau darauf hat Taibeh Ahmadi nur wenig Lust. Zu viele Informationen gäbe es schon über sie und ihr Leben. Die mehrwöchigen Dreharbeiten zur Puls4-Show ‚Austrias Next Topmodel‘, die im November über Österreichs Bildschirme lief, waren sehr lehrreich, aber auch anstrengend und teilweise belastend. Das ganze Land wisse nun, dass sie vor vier Jahren von Afghanistan nach Österreich geflohen ist, ihre Familie in der Heimat zurücklassen musste. Das im Iran geborene Model möchte ihre Vergangenheit hinter sich lassen und nach vorne sehen. In ihre Zukunft als Model. Natürlich juckt es uns in den Fingern, nachzubohren. Biber respektiert den Wunsch natürlich und wird die quotensteigernde Flüchtlingsstory nicht weiter penetrieren. Dazu spuckt Google eh genug aus. Apropos Ausspucken: Das würde Taibeh mit Kartoffelsalat, einer kulinarische Unart, mit der sich die Neo-Wienerin so gar nicht anfreunden kann….

BIBER: Taibeh, was ist denn so schlimm an Kartoffelsalat?

TAIBEH: Das ist doch kein Salat. Da ist ja kein Gemüse drin. Es sind Kartoffeln. Das verstehe ich einfach nicht. Leberkäse und Wurst mag ich auch nicht.

Was fehlt dir an der österreichischen Küche?

Mir fehlt die Vielfalt an Lebensmitteln aus meiner Heimat, die Süßigkeiten. Am meisten vermisse ich die frischgepressten Säfte wie Mangosaft oder Wassermelonensaft.

Als du nach Wien gekommen bist, gab es etwas, das dich an der Stadt überrascht hat?

Die Stadt Wien kümmert sich um Arme und Obdachlose. Das ist in meiner Heimat nicht so. In Österreich gibt es keine Kinder, die auf der Straße leben müssen. Das hat mich überrascht.

Was ist für dich typisch Wien?

Auf jeden Fall die Laune der Wiener, die sich mit dem Wetter ändert. Wenn die Sonne scheint, sind alle happy. Wenn es regnet oder schneit, sind die Leute sehr grantig und gar nicht gut gelaunt. Das hat leider abgefärbt. Da bin ich auch eine typische Wienerin.

Ist Wien deine neue Heimat?

Ich würde schon sagen, dass Wien mittlerweile mein Zuhause ist.

Was macht es zu deinem Zuhause?

Das Heimweh. Nach den Dreharbeiten in Monaco konnte ich es kaum erwarten, in Wien zu landen und durch die Stadt zu spazieren. Zum Donaukanal zu gehen, wo die jungen Leute sitzen, trinken, sich unterhalten. Es erinnert mich sehr an meine alte Heimat.

Erinnert dich Wien an deine alte Heimat?

Ja, sehr. Ich treffe oft auf dieselbe Kultur und Mentalität. Dadurch fühle ich mich frei hier.

Auch nach deinem Sieg bei Austrias Next Topmodel und der Öffentlichkeit, in der du nun stehen wirst?

Ich werde total oft auf der Straße erkannt, die Leute wollen Fotos mit mir machen. Ich bekomme viele Komplimente. Das freut mich sehr. Aber die Menschen wollen auch viel von mir erfahren. Das ist mir dann zu viel.

Was wollen die Leute wissen?

Viele fragen mich, welche Religion ich habe, wo ich wohne, was ich arbeite. Woher mein Freund kommt, oder was er arbeitet, werde ich auch gefragt. Das belastet mich. Ich bekomme da viele Nachrichten dazu auf Social Media.

Wie geht es dir damit?

 Ich finde das sehr komisch und belastend. Es ist einfach zu privat. In der Sendung wurde genug über mein Privatleben geredet, was mir passiert ist, meine Flüchtlingsgeschichte. Ich hab das zwar selber erzählt, aber irgendwann war das zu viel. Jetzt wissen alle, wo und wann ich geboren bin, wo ich gelebt habe, was mit meiner Familie ist. Das hab ich alles selber preisgegeben. Und jetzt möchte ich einfach nicht mehr darüber reden. Ich möchte hier jetzt eine Grenze ziehen und in die Zukunft schauen. Das Fluchtthema ist für mich abgeschlossen.

Alles klar. Was würdest du als Model niemals machen?

Nackt-Shootings!

Dein großes Ziel als Model?

Mein Traum wäre, auf der Londoner Fashion Week zu laufen!

Wir drücken dir die Daumen dafür. Danke, dass du trotzdem mit uns geplaudert hast!

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Großes Danke an meinelocation.at und www.albertina.at/

 

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