Der migrantische Spider-Man

19. November 2020

Rechtzeitig zum Launch der PS5 schwingt ein neuer Spider-Man über die Schirme. Mit Spider-Man: Miles Morales reicht Peter Parker den Netzwerfer an einen farbigen Jugendlichen weiter. Kann "der Neue" im Big Apple bestehen?

Wie kommt es überhaupt, dass es zwei Spider-Man gibt. Und müsste der Titel dann nicht Spider-Men lauten? Zumindest eine dieser Fragen beantwortet uns das Spiel gleich am Anfang: die Geschichte knüpft lose an die Geschehnisse aus Spider-Man an. Miles wurde ebenfalls von einer radioaktiven Spinne gebissen und hat ähnliche Kräfte wie Peter Parker entwickelt.

Wer nun "seinen" Peter Parker vermisst, sollte Miles eine Chance geben. Miles Morales wurde nicht als lahme Ausrede für eine breitere Diversität von Marvel Charakteren geschaffen, sondern hat eine runde Backstory – diese weist zwar Paralellen zu Peter Parker auf, bringt aber auch ganz eigene Perspektiven und Motivationen ins Spiel. Aber man merkt, dass sich Marvel bzw. die Entwicker bemüht haben, ein buntes Abbild der Gesellschaft in New York zu liefern.

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(c) Sony Interactive

Bevor wir aber zu viel von der Gesichte spoilern, sollten wir die Ähnlichkeiten und Unterschiede zu Spider-Man von 2018 beleuchten. Insomniac Games hat an den Stärken des ersten Spiels gefeilt und liefert wieder ein kinoartiges Action-Erlebnis mit Mittendringefühl ab. Prügeleien wechseln sich mit Rätseln, Verfolgungsjagden und Bosskämpfen ab. Diese sind aber nicht nur reine Button-Smash Aufgaben, sondern verlangen auch strategischen Einsatz der Superkräfte.

 

Spider-Man 2018 Review: Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft

 

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(c) Sony Interactive

Miles muss, ähnlich wie Peter, häufig mit Gegnergruppen zurecht kommen – hier ist der Spinnensinn aka. Spider-Sense eine wichtige Unterstützung. Aufgrund der Masse der Gegner sind diese Kämpfe herausfordernd – aber Masse statt Klasse schlägt halt einen Spider-Man nicht.

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(c) Sony Interactive

Wie sein Vorgänger besitzt Miles eine Armada an Gadgets und Fähigkeiten, mit denen er den zahlreichen Bösewichten an den Leib rücken kann. Spezielle, bisher unbekannte Skills helfen ihm dabei auch die stärksten Schurken in Schach zu halten.

Offensichtlich ist aber die Figur des Spider-Man ein klassisches Vehikel für "coming of age" Geschichten. Auch Miles Morales muss sich mit den Schwierigkeiten eines Doppellebens im Teenager-Alter zurecht kommen - und natürlich wiegen hier moralische Entscheidungen wesentlich schwerer als in einem späteren Lebensabschnitt. Im Unterschied zu Peter Parker kann sich Miles auf den "Guy in the chair" - also einen Partner verlassen, der ihn digital über Handy und Livezuschaltungen unterstützt.

Das Fazit ist für dieses Spiel einfach: wem das Spielprinzip gefällt, kann bedenkenlos zugreifen - packende Action im bewährten Marvel-Format verkürzt nicht nur den Lockdown sondern auch die Wartezeit auf die neuen Marvel Filme, die Coronabedingt sicherlich noch eine Zeit auf sich warten lassen.


 

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