Gegen den Strich: Drei Filmtipps für den Februar

09. Februar 2022

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Shiva Baby
"Shiva Baby" von Emma Seligman

Noch kein Abendprogramm? Diese drei Filme sprengen gesellschaftliche Normen jeweils auf ganz unterschiedliche Art.

MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE (2017)

Meine glückliche Familie

Die 52-jährige Lehrerin Manana beschließt eines Tages, aus ihrem Mehrgenerationenhaushalt auszuziehen. In ihrer konservativen, georgischen Großfamilie ist dies jedoch kein leichtes Unterfangen: Zu eng ist das Familiengeflecht, als dass ihr Bedürfnis nach Ruhe und den eigenen vier Wänden akzeptiert wird. Die Reaktionen reichen von Wutanfällen, Anschuldigungen der Vernachlässigung ihrer Verpflichtungen als Mutter (erwachsener) Kinder, bis hin zur Beschattung durch ihren älteren Bruder Rezo. Regisseurin Nana Ekvtimishvili zeichnet ein eindrucksvolles Bild einer Frau, die zum ersten Mal für sich selbst bestimmt und bis zum Ende durchzieht. Dieser Kampf ist jedoch einer, den Manana ganz alleine führen muss.
 

SHIVA BABY (2020)

Shiva Baby

In dieser herrlich schwindelerregenden Dramedy trifft Protagonistin Danielle auf einer Schiva (einer jüdischen Trauerfeier) nicht nur auf ihre Jugendfreundin, Ex-Liebschaft und zugleich größte Konkurrentin Maya, sondern auch auf ihren Sugar-Daddy Max. Letzterer erscheint zur Zusammenkunft noch dazu mit seiner atemberaubend schönen und erfolgreichen Frau und ihrem Baby im Schlepptau. Ein ganzes Kartenhaus aus Lügen bricht über den Verlauf der Trauerfeier über Danielle zusammen, sodass einem selbst als Zuschauer die Häppchen beim Leichenschmaus im Hals stecken zu bleiben scheinen. Die aufdringlichen Kommentare der vielen Tanten und Familienfreunde lassen der jungen Frau nichts anderes übrig, als auf Angriff zu gehen. Doch die „Flucht nach vorne“ geht gehörig in die Hose. Eine selten klaustrophobisch-tragische Komödie von Regisseurin Emma Seligmann.

 

BREAKFAST ON PLUTO (2005)

Breakfast on Pluto

Wer Corks berühmtesten Darsteller Cillian Murphy lediglich aus historischen Rollen wie in The Edge of Love oder Peaky Blinders kennt, wird bei Breakfast on Pluto staunen. Als flamboyante Figur Patrick „Kitten“ Brady macht sich der junge Darsteller in einer fiktiven Kleinstadt an der nordirischen Grenze nicht nur auf die Suche nach seiner Mutter, die ihn als Baby vor der Tür seines Vaters, des Gemeindepfarrers, ausgesetzt hatte. Sondern sucht Patrick, später als Patricia, auch ihre wahre Identität als Frau. Der Weg führt unter anderem in die Prostitution, wobei Patricia von ihrem gewalttätigen ersten Kunden befreien konnte, in dem sie ihm kurzerhand Chanel No. 5 Parfüm in die Augen sprüht. Eine ungewöhnliche Coming-of-Age-Story, die sich vor den blutigen Konflikten im Nordirland der späten 70er Jahre abspielt. Die Verfilmung von Regisseur Neil Jordan basiert auf Paul McCabes gleichnamigen Roman.

 

Alle Filme gibt es als Stream bzw. DVD etwa bei Amazon Prime.

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