Iran: #saytheirnames

25. Januar 2023

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Weltweit setzen sich Menschen für die Rechte der Iraner:innen ein. Foto: Craig Melville, Unsplash

Seit dem 16. September 2022 kämpfen die Iraner:innen für ihre Freiheit und damit gegen das Regime. Vier Iraner wurden aufgrund der Proteste bereits hingerichtet. Wir klären, was aktuell im Iran geschieht und inwiefern Social Media tatsächlich helfen kann.

Jina Mahsa Amini starb nach ihrer Inhaftierung durch die Sittenpolizei in Teheran, weil sie ihr Kopftuch nicht korrekt getragen hat. Der Tod der jungen Frau löste eine Protestwelle im ganzen Land aus. Die Regierung im Iran versucht diese mit aller Kraft zu unterdrücken und scheut dabei auch nicht vor Folter und Hinrichtungen der Protestierenden zurück.

Bereits vier junge Männer wurden hingerichtet, weil sie sich gegen das menschenverachtende Handeln des Regimes im Iran gestellt haben. Mohsen Shekari, Majid Reza Rahnavard, Mohammed Mehdi Karami und Seyyed Mohammed Hosseini sollen jedoch laut dem Regime nicht die einzigen bleiben, die beim Kampf um die Freiheit starben. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International sind über 20 weitere Personen zum Tode verurteilt worden. Festgenommen wurden tausende Iraner:innen und hunderte von ihnen wurden während der Proteste getötet, darunter auch viele Minderjährige.

Ein Verfahren gibt es nicht. Die Verurteilten sind Teil eines „Scheinverfahrens“, nachdem sie so lange gefoltert wurden, bis sie die ihnen vorgeworfene Tat gestehen und die darauffolgende Hinrichtung damit „gerechtfertigt“ ist.

Was ist in den letzten Tagen passiert?

Die Bundesrepublik Deutschland setzt die iranische Regierung nach den Hinrichtungen Anfang Januar weiter unter Druck indem sie neue Sanktionen verhängt hat. Die Forderung der Bundesaußenministerin Bärbock, die Revolutionsgarden als „terroristisch“ einzustufen, wurde jedoch nicht erfüllt – zum Leid vieler Iraner:innen.

In den sozialen Medien kursieren Videos wie Frauen ohne Kopftuch geschlagen, getreten und mit Waffen verfolgt werden. Zudem übersprühen Kräfte des Regimes nachts Anti-Regimeslogans, sodass nichts nach außen dringen kann und das Ausland es nicht zu sehen bekommt – auch hiervon gibt es Videomaterial. Auf Instagram, TikTok und Twitter wird außerdem auf die Inhaftierten aufmerksam gemacht, mit der Hoffnung sie zu befreien oder zumindest vor einer Hinrichtung zu bewahren.

Social-Media-Kanäle, die informieren

Social Media ist meist schneller als die großen Medien. Viele Journalist:innen, die teilweise auch vor Ort sind, posten auf ihren Kanälen auch als Privatperson und informieren über die Lage im Iran, ebenso wie es Menschenrechtsaktivist:innen tun. Instagram, TikTok und vor allem Twitter informieren hier schnell und geben die Möglichkeit die Beiträge zu teilen, kommentieren und mehr Aufmerksamkeit zu generieren.

Folgende Kanäle sind beispielsweise besonders informativ, es gibt jedoch noch viele weitere:

Instagram: @gilda_sahebi, @duzentekkal, @natalie_amiri

Twitter: @NatalieAmiri, @susanzare_de, @RenataAlt_MdB, @besmaili, @amnesty_de, @pooyanmokari

TikTok: @parnia.ashari, @littleyeg, @mathewkhalili, @gghamari

Wie Social Media helfen kann

Liken, teilen, reposten, kommentieren und speichern der Beiträge generiert Reichweite. Und genau auf die zählen momentan so viele Iraner:innen. Es besteht die Möglichkeit durch das Verwenden von Hashtags der Namen der Inhaftierten und teilweise zu Tode verurteilten, sie tatsächlich frei zu bekommen oder zumindest vor dem Tod zu bewahren. Aktive Mithilfe in den sozialen Medien klappt leider nicht immer, schadet jedoch niemandem und hat tatsächlich schon das ein oder andere Mal eine Exekution verhindert. Hintergrund ist, dass die iranische Regierung wenig Aufmerksamkeit im Ausland erregen möchte, was so natürlich nicht funktioniert. Durch den außenpolitischen Druck können sie dazu bewegt werden in einigen Fällen ihre Anzeige zurückzunehmen oder dem Angeklagten zumindest ein neues Verfahren zu gewähren.

Geklappt hat dies beispielsweise bei Mohammad Qobadlou, der zu Tode verurteilt wurde und dessen Fall nun neu aufgenommen wird, da er große Aufmerksamkeit in den sozialen Medien erhalten hat. Ebenso hat das teilen, posten und kommentieren bei Taraneh Alidoosti dazu geführt, dass die Iranerin nun wieder aus dem Gefängnis entlassen wurde. Auch Amir Hossein Rahimi hat seine Freiheit den sozialen Medien zu verdanken, der 15-Jährige konnte nach zwei Monaten in Gefangenschaft zurück zu seiner Familie kehren.

Die Hashtags #freeiran, #stopexecutionsiniran, #iranrevolution, #sayhisname / #sayhername / #saytheirnames, #mahsaamini und der Name der Person, die befreit werden soll in Form eines Hashtags können Großes bewirken.

 

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Kommentare

 

Wer einem totalitären Regime, wie dem der Mullahs, bei der Erlangung der Möglichkeiten, umzusetzen was diese der Welt und ihren Nachbarn seit 1979 ankündigen, behilflich ist, wer damit die Menschen im Iran und in der Region auf ewig zu den Geiseln einer atomar bewaffneten Theokratie zu machen bereit ist, muss mit dem Widerstand derer rechnen, denen die Drohungen, die Erpressungen, die Gewalt des Regimes jetzt und in Zukunft gelten.
Wer ein Mullahregime mit Atomwaffen nicht verhindert ist verantwortlich für dessen Opfer. Wer die vom Regime mit Krieg und Vernichtung bedrohten zur Zurückhaltung aufruft, ist Komplize.

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