Seba Kayan: Oriental Techno beim Kultursommer Wien

21. Juli 2023

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Wer von Seba Kayan spricht, spricht von Oriental Techno. ©schande

Seba Kayan ist eine DJ mit kurdischen Wurzeln aus Wien, die in ihren Performances orientalische Klänge mit Technobeats neu denkt. Bekannt ist sie auch für ihre „Carpet Concerts“, die regelmäßig stattfinden. Beim Kultursommer heizt sie am 22. Juli im Reithofferpark ordentlich ein.

Wir führten schon im Frühjahr 2023 ein Interview mit der Künstlerin, die mit ihren Live-Sets auf sämtlichen Festivals für Stimmung sorgt.

BIBER: In deinen DJ-Sets verbindest du orientalische Musik mit Techno - warum holt das auch so viele Menschen ab, die selbst nicht mit dieser Musik aufgewachsen sind?

Seba Kayan: Ich denke, dass die Kombination von „orientalischer“ Musik mit Techno, abseits von der klassischen westlichen Zwölftonmusik Leute anders abholt, weil beispielsweise die typisch orientalischen Maqams – also Melodien, die auf dem arabischen Tonsystem basieren – und Vocals nicht in der europäischen Musik zu finden sind. Durch elektronische Musik verliert es den sogenannten folkloristischen Aspekt, erhält einen neuen Vibe und wird neu kontextualisiert. Technobeats sind den Wiener*innen ja bekannt, und somit lege ich ihnen einen Teppich, den sie kennen und auf dem sie sich wohl fühlen. 

Inwiefern betreibst du mit deiner Musik Aktivismus?

Ich sehe „Oriental Techno“ auch konzeptuell. Es geht hier auch darum wie der sogenannte „Orient“ und „orientalische“ Musik aus einer eurozentristischen Perspektive wahrgenommen wird. Ein neues Narrativ soll erzählt werden, welches das gewiss verzerrte und stereotype Bild des „Orients“ hinterfragt, und zu dekonstruieren versucht. Es ist auch eine Soundsuche, die ja auch zu meiner eigenen Heritage führt, denn Identitäten sind fluid, wie meine auch. Zusätzlich verwende ich Sampling als Tool um politische Themen in meinen Sets zu thematisieren, hör- und spürbar zu machen. 

Was ist deine musikalische "Guilty Pleasure“?

In der Musik gibt es keine Guilty Pleasure bei mir, weil ich von jeder Musikrichtung etwas mitnehmen kann. Alles geht, querbeet sozusagen. Aber meine (guilty) Pleasures gehen von Britney bis Balkan. 

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