Wiesn: Eine Hass-Liebe

22. September 2015

Wenn du in München aufwächst, gibt es für dich fünf Jahreszeiten: Eine davon ist das Oktoberfest.

Die Vorfreude auf die Wiesn beginnt schon im April, wenn der August endet, kann man die Freude kam im Zaum halten. Noch schnell ein neues Dirndl kaufen und die paar Tage abwarten. Wenn man 16 Jahre alt ist, darf man endlich ins Zelt – betrinkt sich auch schon mal 10 von 17 Tagen auf der Bierbank. Und ich liebe die Wiesn immer noch, obwohl ich schon gefühlte 100 Mal angeheitert zu Angels von Robbie Williams geschunkelt habe.

Fast euphorisch stehe ich um 8 Uhr in der Früh auf, um auf die Festwiese zu gehen, einen Platz zu finden und meine erste Maß gegen 11 Uhr zu trinken. Für mich ist nicht das Bier das Beste an der Wiesn, sondern die Menschen, die man dort trifft. Indien, Australien, Italien - von überall her kommen die Leute nach München, sind offen und nett und man kann viel Spaß mit ihnen haben. Gemeinsam kann man die positive Stimmung genießen, die das Wiesn-Bier auf seine Besucher versprüht.

Hassen tue ich die Wiesn an den Tagen, an denen ich selber nicht auf die Theresienwiese gehe. Und das wird euch jeder Münchner bestätigen.

 Wenn du nur seelenruhig von der Arbeit heim fahren willst und dir betrunkene, nach Alkohol riechende Besucher in der Schnellbahn zu nahe treten. Oder wenn du zur Frühschicht miterleben darfst, wie der Fahrgast vor dir sich auf seine eigenen Schuhe übergibt.

 Wenn die Stadt, die eigentlich für ihre Sauberkeit berühmt ist, aus jeder Ecke stinkt und klebt – das mag echt kein Mensch. Trotzdem lieben die Münchner ihre Wiesn, auch wenn man zwei Wochen lang Nase und Augen zukneifen muss. Denn wo sonst laufen so viele fesche Madln durch die Gegend und wo anders auf der Welt schmeckt das Bier so gut wie in München?

Prost!

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