„Ich hoffe, die Wertschätzung bleibt auch nach der Pandemie“

26. Februar 2021

Sahra Omar Osman will Menschen helfen. Deshalb macht die 27-Jährige gerade eine Ausbildung zur Pflegefachassistenz. Mit biber spricht sie über die Herausforderungen und Heldentaten von Pflegekräften – besonders während der Pandemie. 

Von Anna Jandrisevits, Foto: Eugénie Sophie

© Eugénie Sophie
© Eugénie Sophie

biber: Warum willst du im Pflegebereich arbeiten? 

Sahra Omar Osman: Ich wollte etwas machen, das eine Bedeutung hat. Etwas Soziales, damit ich Menschen helfen kann. Als ich gesehen habe, dass es eine Ausbildung zur Pflegefachassistenz gibt, die auch vom Waff und AMS gefördert wird, habe ich mich beworben. Und nach einem Aufnahmetest und Aufnahmegespräch habe ich die Zusage für den Ausbildungsplatz in der Klinik Favoriten bekommen. 

Wie sieht die Ausbildung während der Pandemie aus? 

Es ist sehr intensiv, das muss man schon sagen. Wegen der Pandemie haben wir viel Fernunterricht. Ich habe ein Kleinkind zuhause, das macht die Sache nicht immer einfach. Aber unsere Lehrer bemühen sich sehr, dass wir das Studium trotz allem gut meistern. Und es macht wirklich Spaß! Man lernt viel und erhält ein großes Fachwissen. Mein Lieblingsfach sind die Praxisstunden, weil man da immer das, was man in der Schule lernt, ausüben kann. Durch die Praxis wird man nicht wissenslos auf die Station geschickt. 

Wie sieht so ein Pflegealltag aus?

Ich habe schon Praktika im Pflegewohnhaus, in der Akutgeriatrie und in der chirurgischen Abteilung gemacht, das war alles sehr spannend. Im Pflegewohnhaus habe ich mich um Schwerdemente gekümmert. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung, da kommt man aus seiner „comfort zone“ heraus. Es hat mir gezeigt, dass der Beruf viel mehr als nur Körperpflege ist. Man lernt die Bewohner kennen, unterhält sich und versucht, für sie da zu sein, auch in schwierigen Momenten. 

© Eugénie Sophie
© Eugénie Sophie

Ist das psychisch nicht herausfordernd?

Natürlich ist es eine Herausforderung und es ist nicht immer einfach. Aber ich mache es gerne. Wenn ich den Menschen in ihren schwierigsten Momenten helfen kann, gibt mir das auch sehr viel zurück. Wenn ich dann von Patienten ein positives Feedback bekomme, bedeutet das viel und es ist eine Wertschätzung für die Arbeit, die man macht. 

Zu Beginn der Pandemie haben viele Menschen für Pflegekräfte geklatscht. Wie hast du das empfunden?

Ich fand es schön. Ich hoffe, ehrlich gesagt, dass diese Wertschätzung auch nach der Pandemie erhalten bleibt. Davor waren Pflegeberufe nicht so präsent. Deshalb wünsche ich mir, dass die Menschen unsere Berufe auch weiterhin wertschätzen. 

Was wünschst du dir für deine berufliche Laufbahn?

Dass ich eine gute Station für mich finde. In welchem Bereich, weiß ich noch nicht. Ich absolviere noch drei Praktika und werde mich nach meinem Abschluss im September entscheiden. Der Pflegeberuf ist sehr wandelbar und in jeder Fassade spannend. Deshalb glaube ich, dass mir in der Zukunft alle Türen offen stehen werden. 

© Eugénie Sophie
© Eugénie Sophie

Infobox: Ausbildung Pflegefachassistenz im Wiener Gesundheitsverbund
  • Theorie & Training am Campus
  • Praxis in Kliniken und Pflegeeinrichtungen
  • Sicherer Arbeitsplatz nach Ausbildung
  • Mögliche finanzielle Unterstützung & Förderung 
  • Ausbildungsdauer: 2 Jahre
  • Gesamtanzahl Kursstunden: 3.200 Stunden
  • Bewerbungsfrist: 31.3.2021

Bereich: 

Das könnte dich auch interessieren

Raincombi
Foto:Zoe Opratko Aus den kleinen...
Matea
1 Frau spricht 19 Sprachen: Matea...
Credit: Helena Wimmer
Matthias Roland ist Leiter der...

Anmelden & Mitreden

5 + 12 =
Bitte löse die Rechnung