Noch mehr Textilmüll

16. März 2015

Primark eröffnet im Herbst laufenden Jahres ein neues Logistikzentrum im tschechischen Bor. Von dort aus werden Filialen in Österreich und Deutschland beliefert. Mit dieser und weiteren Neueröffnungen im europäischen Raum pumpt die umstrittene Modekette unaufhörlich Billigkleidung auf den Markt und begeistert dabei Massen.

Primark expandiert in einem erschreckend schnellen Tempo. Allein in Deutschland eröffnen im März zwei neue Filialen. Das Charakteristische am irländischen Unternehmen sind die unfassbar niedrigen Preise für trendige Kleidung. T-Shirts gibt es bereits ab einem Euro, Schuhe ab drei. Wie kommen so extrem niedrige Preise überhaupt zu Stande? Keine teuren Werbekampagnen, große Mengen an Ware direkt vom Produzenten ohne Zwischenhändler, nur Standardgrößen sind 08/15-Argumente, welche Kunden und Mitarbeitern vermittelt werden. Hört sich doch ganz überzeugend an.

Die zertifizierten Lieferanten sorgen in den Produktionsstätten irgendwo in Bangladesch für humane Arbeitsbedingungen. Da ja alles regelkonform vonstattengeht, sind auch unabhängige Kontrolleure in den Fabriken unerwünscht. Trotz Hilferufen auf Etiketten und Ausbeutevorwürfen sättigen die Konsumenten ohne jegliche Zweifel ihren Hunger nach Einwegklamotten. Dabei ist weitgehend die Einsicht in die Produktions- und Lieferprozesse in der Bekleidungsbranche nicht gegeben.

Der Kunde muss sich seiner Macht bewusst werden. Er alleine bestimmt durch das Kaufen oder aber den Verzicht, das Angebot auf dem Markt und dessen Qualität.

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