Pegida hetzt gegen Nationalspieler auf Kinderschokolade.

25. Mai 2016

Den Jungen auf der Kinder-Schokolade von Ferrero kennen wir alle. Blond und blauäugig strahlte er uns schon seit unserer frühen Kindheit entgegen. Die meisten von uns kennen noch die 90er-Version, der Junge wurde später durch einen anderen ersetzt – genauso blond und blauäugig wie sein Vorgänger. Doch jetzt lächeln in Deutschland andere Kindergesichter von den Verpackungen der Kinderschokolade. Braunhaarige, türkische, ja sogar schwarze Kinder prangen jetzt auf der Schokoladenpackung. Warum?

Kinderfotos deutscher Nationalspieler auf Schoko-Schachteln

Vor der Europameisterschaft hat sich Ferrero, der Hersteller der Kinderschokolade, eine besondere Kampagne überlegt. Die „neuen“ Kinder sind nicht zufällig ausgewählt, es sind Kinderfotos deutscher Nationalspieler. Und zu denen gehören nun mal auch der türkische Ilkay Gündogan oder der schwarze Jerome Boateng. Eigentlich eine sehr süße und originelle Idee. Doch die multikulti Vielfalt auf der Verpackung gefällt nicht allen. Pegida-Anhänger regen sich nun über die Werbeaktion massiv auf. Via Facebook zeigt die Gruppe "Pegida BW - Bodensee" ein Foto von zwei Schoko-Schachteln, auf denen der BVB-Spieler Gündogan und der Bayern-Verteidiger Boateng zu sehen sind.

Screenshot:Facebook/Pegida Bodensee
Screenshot:Facebook/Pegida Bodensee

 

Pegida-Fans wollen deutsche Kinder auf Schokolade sehen

"Vor Nichts wird Halt gemacht", schreibt die Gruppe, plustert ihren Post mit einem grinsenden und einem entsetzten Emoji auf und gibt sich erschüttert: "Gibts die echt so zu kaufen? oder ist das ein Scherz?" „Kaufe ich nicht mehr" oder „Soweit kommt es noch...nutzen die Türken und andere Länder Fotos von deutschen Kindern auf irgendwelchen Süßigkeiten? Nein, sicher nicht“, heißt es in den Kommentaren. Woher die Kakao-Masse für die allseits beliebte „Heimat“-Schokolade kommt, wird dabei anscheinend vergessen. Die Pegida-Gruppe hat den Bildausschnitt so gewählt, dass nicht zu erkennen ist, dass es sich um eine Werbeaktion zur Fußball-EM handelt. So sehen die Fans der Seite die Verpackung und müssen davon ausgehen, dass ihre Kinderschokolade ab sofort mit "nicht-deutschen" Gesichtern beworben wird. Die Reaktion von Ferrero auf den Pegida-Post ließ nicht lange auf sich warten. In einer Antwort  heißt es: "Wir von Ferrero möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung distanzieren. Wir akzeptieren und tolerieren diese auch nicht in unseren Facebook-Communities. Viele Grüße, dein Kinder Schokolade-Team."

Der Schwarze und der Moslem gehören nun mal dazu

Jetzt müssen sich die empörten Pegida-Anhänger wohl nur noch entscheiden, ob sie jetzt bei der EM für Deutschland sind, oder nicht. Der Schwarze und der Moslem gehören nun mal genauso zur Nationalmannschaft, wie die Blonden und Blauäugigen. Ob es den Pegida-Fans nun gefällt oder nicht. Oder sind Ausländer plötzlich akzeptabel, wenn sie zum Sieg der Nationalelf beitragen? Oder schmeckt die Schokolade mit einem weißen Jungen auf der Verpackung besser? Das Schokoladen-Dilemma wirft jedenfalls ganz neue Fragen auf. 

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