SAG’S MULTI - Wie vielfältig ist Österreichs Jugend?

14. Januar 2020

“Ich habe den Text  auch nicht wirklich auswendig lernen müssen, alles war schon so in mir, ich habe ihn nur geübt und mich vorbereitet.” Eine Rede wie die von Omran könnte einmal die Welt verändern. 

 

SAG'S MULTI Omran Rede

Maria Marizzi ist Deutsch- und Französischlehrerin und findet es besonders wichtig, Kindern mit Migrationshintergund den Wert ihrer Muttersprache zu vermitteln. “Vorher mochte ich meine Muttersprache nicht, jetzt mag ich es, arabisch zu sprechen”, das habe ihr eine Schülerin, die beim mehrsprachigen Redewettbewerb SAG’S MULTI teilnahm, gesagt. 

SAG’S MULTI startet bereits zum 11. Mal in die Regionalrunde. Heuer beweisen sich 585 Schüler*innen in über fünfzig Sprachen und erzählen zum Leitthema “Wer bin ich, wenn ich niemand sein muss?” ihre Geschichten. Die vorgegebenen Themen hat der veranstaltende Verein Wirtschaft für Integration zusammen mit Alumnis, ehemaligen Teilnehmer*innen, beschlossen. “Es war wie immer ein langwieriger Prozess, aber mir war klar, dass Identität und Digitalisierung dabei sein werden”, so Peter Wesely, der Geschäftsführer des Vereins und Gründer von SAG’S MULTI.

Die Reden sind zwischen sechs und acht Minuten lang. Teilnehmende aus ganz Österreich werden zuerst von ihren Schulen nominiert und dürfen sich anschließend in Vorrunden, Regionalrunden und Finalrunden beweisen. Wer unter den glücklichen 15 Gewinner*innen ist, gewinnt eine Gruppenreise. Letztes Jahr ging's nach Hamburg. Es lohnt sich also mitzumachen. 

Nuria SAG'S MULTI

So sehen das auch der 17-jährige Omran und die 14-jährige Nuria, Vortragende der Regionalrunde im Wiener Schulschiff. 

Omran ist vor vier Jahren aus Syrien nach Österreich geflüchtet und in seiner Schule dafür bekannt, gut zu reden. In der deutsch-arabischen Geschichte erzählt er von seinem ersten Referat und wie er, bevor er Deutsch gelernt hat, mit Mimiken und Gesten kommunizieren musste. Wenn Omran erwachsen ist, möchte er etwas mit Sprache und Rhetorik machen. Nuria ist 14 Jahre alt und hält ihre Rede auf Spanisch und Deutsch. Sie stellt zu Beginn die Frage “Wozu brauchen wir Geschichten?” und spricht von für sie inspirierenden Personen, die mit ihren Lebensgeschichten die Welt veränderten. Ob Greta Thunberg, Che Guevara, Barack Obama oder Nurias Papa, jede*r hat eine besondere Geschichte, die die Welt zu dem macht, was sie jetzt ist. Unterstützung bei den deutschen Teilen der Rede bekam sie von ihrer Deutschlehrerin, bei dem spanischen Teil half Nuria ihr peruanischer Papa. Sie findet: „Niemand sollte sich für seine Geschichte schämen, denn unsere Geschichten machen uns zu den Personen, die wir sind.“

Omran SAG'S MULTI

Alle Wettbewerbsrunden sind öffentliche Veranstaltungen, die nächste Regionalrunde findet am Donnerstag, den 16. Jänner in der WMS Kauergasse in Wien 15 statt, ab 21.April kann man auch die erste Finalrunde im Brigittenauer Gymnasium besuchen. 

Neben der Website, auf der alle wichtigen Infos stehen, gibt es auch einen Youtube-Kanal, auf dem es bereits über hundert Videos mit den Reden und Interviews zu finden gibt.

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