Türkisches Vorbild für die EU in der Flüchtlingsproblematik

31. August 2015

Wieso Europa immer mehr in Scham versinkt und das türkische Vorbild in der Flüchtlingsfrage mit eigenen Augen gesehen werden sollte.

Seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs hat die Türkei zwei Millionen Flüchtlinge aufgenommen und sechs Milliarden Dollar (5,43 Mrd. Euro) für die Flüchtlingshilfe investiert. Von der EU erhielt die Türkei eher wenig Unterstützung. Mittlerweile wurden hochmoderne Flüchtlingscamps mit Bildungszentren errichtet, wo die syrischen Flüchtlinge versorgt und betreut werden.

Die Vorsitzende der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, Anne Justine Brasseur, hat die Flüchtlingslager im türkischen Nizip und Eybeli besucht. Nach den ersten Eindrücken erklärte sie: „Die Großzügigkeit der Türkei und des türkischen Volkes lässt die anderen europäischen Staaten in Scham versinken. Ich habe gesehen wie Kinder, die im Krieg und Elend geboren sind, lachend spielen. Ich habe gesehen, wie Jugendliche eine neue Berufsausbildung im Camp bekamen und ich habe ältere und behinderte Menschen gesehen, die voller Würde und Hochachtung behandelt wurden. Was ich hier gesehen habe, möchte ich meinen parlamentarischen Freunden auch zeigen. Ich möchte, dass sie dieses großzügige, türkische Vorbild genauso wie ich, mit ihren eigenen Augen sehen.“

Hut ab!

Die Türkei hat sich in kürzester Zeit der Situation der Flüchtlinge angenommen. In nur vier Monaten wurde eine Container-Siedlung mit sieben Schulen, drei Moscheen, Kindergärten sowie Freizeit- und Weiterbildungseinrichtungen erbaut. Den Familien steht zusätzlich ärztliche Versorgung zur Verfügung. Im Mittelpunkt des Konzepts des Flüchtlingslagers stehen die einzelnen Flüchtlinge und der Versuch, ihnen ein möglichst selbstständiges und freies Leben zu ermöglichen.

Die Familien sind in 21 Quadratmeter großen Wohncontainern inklusive Wasch- und Kochgelegenheit untergebracht. Sie erhalten eine Geldkarte von 30 Euro pro Person und Monat, womit sie vor Ort sehr kostengünstig Lebensmittel erwerben können. Ein funktionierender Bus-Shuttle in die Nachbarstädte gibt ihnen die Möglichkeit, sich relativ frei zu bewegen. Flüchtlinge haben bereits kleine Geschäfte und Handelsplätze innerhalb des Lagers eröffnet. Da viele der Flüchtlinge aufgrund ihrer Erfahrungen traumatisiert sind, werden sie von Fachtherapeuten und in einer Reihe von psychologischen Beratungsstellen betreut. Kinder können die Schule besuchen und das Hauptziel ist es die Jugendlichen zu erreichen um ihnen erneut eine Perspektive für ihr Leben zu vermitteln.

Im Vergleich zu anderen Staaten hat die Türkei viel mehr Flüchtlinge aufgenommen und humanitäre Hilfe geleistet. Es wäre also überaus von Nutzen und wertvoll für Europa die Türkei dabei finanziell zu unterstützen. Die Türkei hat sich in der Humanität bewiesen, jetzt bleibt es nur noch zu hoffen, dass das moderne Europa es auch begreift, denn es mangelt noch immer am politischen Willen, Flüchtlingen zu helfen.

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